360 Mio. Dollar, so viel hat der neue Spider-Man-Film allein in den USA an seinem ersten Wochenende eingespielt – Allzeit-Rekord. Gut eine Milliarde Dollar waren es weltweit. Wie viele Kinobesucher sich für den neuen Superhelden-Streifen entschieden, weil ihr Auto sie darauf hingewiesen hat, lässt sich wohl nicht eruieren.
Dass Autofahrer in ihren Wagen auf den Film gestoßen wurden, ist dagegen unstrittig. Genauer gesagt zeigten die Displays von Autos der bayerischen Premiummarke BMW jüngst den Spinnen-Mann.
Im Internet kursieren zahlreiche Videos von BMW-Auto-Displays, auf denen sich ein Spider-Man-Menüpunkt findet: Klickt der Kunde darauf, beginnt ein Spider-Man-Animationsvideo mit BMW-Autos und Hinweis auf den Film am Ende. In einer BMW-Pressemeldung ist von einer „besonderen Überraschung“ für die Kunden die Rede.
BMW: Positives Feedback
„Die Animation ist darauf ausgelegt, Begeisterung für den neuen BMW und dessen Auftritt im kommenden Film im Rahmen der BMW-Partnerschaft zu erzeugen. Sie ist nicht dazu gedacht, den Film zu bewerben oder als konventioneller Filmtrailer zu dienen. Insofern ist das auch keine klassische Werbung“, erklärt ein Sprecher auf BR-Anfrage. Die Aktion ende am 10.8.2026 und man habe viel positives Feedback erhalten.
Ein Blick in soziale Medien zeigt tatsächlich viel Freude über die Aktion, zugleich jedoch durchaus auch Kritik von Usern: Von unerwünschter „Werbung“ ist da durchaus die Rede, einer fragt unter dem offiziellen TikTok-Post von BMW: „Ist meine monatliche Rate niedriger, wenn in dem Auto, das ich gekauft habe, Werbung abgespielt wird?“
Laut BMW geschieht der Hinweis auf den Film im Rahmen der Festive-App im BMW-Betriebssystem, die immer wieder Animationen und Nachrichten zu globalen und lokalen Anlässen biete. Nun also die Kooperation von Spider-Man und BMW als Anlass. Abschalten lässt sich diese App – und damit aktuell auch das Spider-Man-Icon – auf dem BMW-Display nicht grundsätzlich, anklicken und das Animationsvideo anschauen muss der User allerdings natürlich auch nicht.
ADAC: Kunde entscheidet
Aus diesem Grund sieht auch der Automobilclub ADAC die Spider-Man-Einblendung nicht kritisch. „Die Entscheidung liegt bei den Nutzerinnen und Nutzern selbst: Die Animation wird nur angezeigt, wenn sie dieser zuvor zugestimmt haben“, heißt es gegenüber dem BR. Ähnlich gelagerte Fälle sind dem ADAC nicht bekannt.
Grundsätzlich denkbar wäre, dass Automobilhersteller die in modernen Autos zahlreich verfügbaren Displayflächen als Werbeflächen vermarkten. Beim Autostart am Montag Werbung für ein Supermarkt-Angebot, beim Abschalten am Freitagabend der Hinweis auf eine TV-Show und so weiter. Möglicherweise ja sogar orts-, auto- und fahrerspezifisch.
Audi schließt nichts aus
So etwas ist aber zumindest bei BMW derzeit nicht geplant. „Es wird auch weiterhin keine Werbung im Fahrzeug angezeigt“, so der Sprecher.
Bayerns zweiter Premium-Autohersteller antwortet auf die Frage, ob Werbung auf seinen Displays denkbar sei, folgendermaßen: „Die Digitalisierung des Fahrzeuginnenraums eröffnet neue technologische Möglichkeiten für individuelle und vernetzte Kundenerlebnisse. Audi verfolgt das Ziel, innovative digitale Services und personalisierte Funktionen bereitzustellen, die einen konkreten Mehrwert für unsere Kunden schaffen und das Markenerlebnis stärken. Dafür entwickeln wir unser digitales Ökosystem fortlaufend weiter und verknüpfen digitale sowie physische Touchpoints entlang der gesamten Customer Journey.“

