Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) wirbt für mehr Offenheit gegenüber Künstlicher Intelligenz. „Wir müssen die KI-Geschichte wesentlich positiver erzählen“, sagte Bär am Dienstag im Vorfeld des internationalen Investitionsgipfel in Berlin dem ARD-„Morgenmagazin. Es habe immer Umbrüche gegeben. Am Ende sei es trotzdem immer weitergegangen. „Die Stummfilme haben auch mal gegen den Tonfilm demonstriert“, fügte Bär hinzu.
KI werde in Deutschland einen Siegeszug einläuten, wenn sie auch angewendet werde, so die CSU-Politikerin. Der deutsche Mittelstand habe dabei weltweit das größte Potenzial. „Um diesen Mittelstand beneidet uns jeder“, ergänzte Bär. Eine Herausforderung sieht die Bundesforschungsministerin darin, schneller von der Grundlagenforschung in die Anwendung zu kommen.
Kooperation mit KI-Unternehmen Nvidia beschlossen
Um die Anwendung von KI in der Industrie voranzutreiben, hat die Bundesregierung zum Auftakt des internationalen Investitionsgipfel in Berlin am Montag eine Kooperation mit dem US-Unternehmen Nvidia geschlossen. Der Chiphersteller gilt als Motor des KI-Booms. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte den Gipfel am Montagabend eröffnet und dabei für Investitionen geworben. Beide Seiten vereinbarten, neue KI-Anwendungen voranzutreiben. Der Chef des US-Chipriesen Nvidia, Jensen Huang, nahm am Montag zur Eröffnung an einem Bühnengespräch mit Merz teil.
Der US-Konzern soll seine KI-Modelle künftig neben der Großindustrie auch kleineren und mittleren Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen zugänglich machen. Die Verschmelzung von klassischem Ingenieurswissen mit moderner Technologie solle die Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität Deutschlands sichern.
KI-Cloud der Telekom soll ausgebaut werden
Zu möglichen Investitionen im Rahmen der Kooperation machte der Bund zunächst keine Angaben. Einem Medienbericht zufolge will die Bundesregierung das Projekt mit einem dreistelligen Millionenbetrag unterstützen. Das Geld solle unter anderem dazu dienen, Rechenkapazitäten in der KI-Cloud der Deutschen Telekom anzumieten.
Jen-Hsun Huang, der Nvidia seit 1993 leitet, unterstrich zur Eröffnung des Investitionsgipfels das Vertrauen seines Unternehmens in den Standort Deutschland. Nvidia hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr fast eine Milliarde Dollar in Deutschland investiert und ist an zahlreichen Start-ups sowie etablierten Unternehmen beteiligt. Huang plädierte dafür, Daten als nationale Ressource zu begreifen, die nicht exportiert, sondern im Inland zur Entwicklung eigener „nationaler Intelligenz“ genutzt werden sollte.
Nvidia-CEO warnt Deutschland: Keine Intelligenz importieren
Der Nvidia-CEO warnte die Menschen und Betriebe in Deutschland davor, ihr Wissen und ihre kulturellen Werte abzugeben, um sie später als importierte Intelligenz zurückzukaufen. Stattdessen solle die KI dazu dienen, das vorhandene Fachwissen der deutschen Ingenieure zu ergänzen und zu skalieren, anstatt es zu ersetzen.
Zu dem „Invest in Germany Summit“ in Berlin (externer Link) werden laut Bundesregierung etwa 200 Unternehmenschefs aus dem In- und Ausland erwartet.

