Beim Blitzlichtgewitter am blauen Teppich beim Blauen Panther ist am Mittwochabend eine Truppe herausgestochen: mehr als zehn Bergretterinnen und Bergretter aus Grainau, Ramsau und Bad Reichenhall in ihren rot-blauen-Bergwacht-Jacken. Sie haben, gemeinsam mit Felix Neureuther, den Preis überreicht an Franz Hinterbrandner und Max Reichel. Die Produzenten und Kameramänner der BR-Serie „In höchster Not – Bergretter im Einsatz“ wurden ausgezeichnet.
„Ihr habt durch eure Arbeit nicht nur ein Millionenpublikum erreicht, ihr habt durch eure Arbeit Menschen in den Vordergrund gerückt, die täglich ihr eigenes Leben riskieren, um andere zu retten. Das kann man nicht genug wertschätzen“, sagte der ehemalige Skirennläufer Felix Neureuther in seiner Laudatio. Die Jury lobte: Die beliebte Serie setze neue Maßstäbe im Genre der Blaulichtreihen. Die Bergwelt sei weit mehr als nur Kulisse: Sie werde zum eigenständigen Protagonisten.
Ehrenpreis für Johannes B. Kerner
Der Ehrenpreis des Ministerpräsidenten ging in diesem Jahr an Johannes B. Kerner. Markus Söder lobte den ZDF-Journalisten: Er verbinde qualitativen Anspruch mit großem Respekt, persönlicher Wertschätzung und Menschlichkeit gegenüber seinen Gesprächspartnern. Der Ehrenpreisträger sieht sich noch lange nicht am Ende seiner Karriere: „Ich mach das schon paar Wochen und ich will das noch ein paar Wochen machen. Ich bin dankbar und demütig, für alles, was ich erleben durfte und einen Preis so originär aus Bayern habe ich noch nicht. Aber jetzt.“
„Nürnberg 45“: ARD-Produktion bestes Dokudrama
Mit dem Blauen Panther für das „Beste Dokumentationsdrama“ wurde die ARD-Produktion „Nürnberg 45 – Im Angesicht des Bösen“ geehrt. Die Jury lobt die kluge Verbindung von Archivmaterial, Spielszenen und dokumentarischer Erzählung bei diesem Film über die Nürnberger Prozesse.
Produzent Till Derenbach erinnerte in seiner Dankesrede an den Ursprung des modernen Völkerrechts, das aus den Nürnberger Prozessen hervorging. „Unser Staat beruht heute auf diesen tollen Werten, die damals das Gericht geschaffen hat. Ich finde, das ist etwas, woran wir uns erinnern können und die jungen Leute mitnehmen können.“
Preis für Polit-Streamer Marcant
Nicht nur junge Leute haben sich an der Wahl zur beliebtesten Social Media Persönlichkeit beteiligt. Gewonnen hat diese Kategorie Marcant. Seine dynamisch geschnittenen Kurzvideos, in denen er auf der Straße ins Gespräch mit Rechten und AfD-Wählern geht, erreichen auf TikTok, Instagram und YouTube Millionen von Menschen.
Marcant baut damit laut Jury ein reichweitenstarkes Gegengewicht zu Falschinformationen und demokratiefeindlichen Inhalten auf. Er richtete seinen Dank an sein Team und an die „inzwischen 1.000 Menschen, die mir geschrieben haben, dass sie aus rechten Szenen ausgestiegen sind, dafür mach ich’s weiter. Was ich weiß ist, dass sich die Arbeit lohnt. Für gute, für richtige Werte einzustehen, lohnt sich immer.“
Insgesamt wurden 15 Blaue Panther verliehen
Seit 2022 heißt die in vielen verschiedenen Kategorien vergebene Auszeichnung „Blauer Panther – TV & Streaming Award“, vorher trug sie den Namen „Bayerischer Fernsehpreis“. Verliehen wird der Porzellan-Panther jährlich im Rahmen der Medientage München, die in diesem Jahr ihr 40-Jahre-Jubiläum feiern. In diesem Jahr wurde die Gala von ARD-Moderatorin Esther Sedlaczek moderiert.
Als „Beste Schauspielerin“ wurde Derya Akyol für ihre „herausragende Darstellung“ der Mila Göcmen in der RTL/RTL+-Serie „Euphorie“ ausgezeichnet. „Bester Schauspieler“ wurde Johannes Hegemann für seine Darstellung als Dragqueen Olivia Jones in dem ZDF-Film „Olivia“.
Die Auszeichnung für die „Beste Serie“ ging an die Spionage-Thriller-Serie „Unfamiliar“. Für die „Besondere kreative Gesamtleistung“ wurden Annette Frier und Sonja Schönemann für die Sendung „Frier und Fünfzig – Am Ende meiner Tage“ geehrt. Insgesamt wurden 15 Blaue Panther in den Kategorien Information/Journalismus, Fiktion, Entertainment, Kultur/Bildung und Social Media verliehen.

