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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > E-Autos aus China: ifo-Chef Fuest warnt vor Strafzoll-Wettlauf
Wirtschaft

E-Autos aus China: ifo-Chef Fuest warnt vor Strafzoll-Wettlauf

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 31. Oktober 2024 08:54
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Der Chef des Münchner ifo-Instituts, Clemens Fuest, hat vor den Folgen der EU-Strafzölle aus China gewarnt. China habe bereits Gegenzölle angekündigt, vorerst auf Brandy und einige landwirtschaftliche Produkte, sagte Fuest im Interview mit BR24 im BR-Fernsehen. Das sei „ziemlich maßvoll“ und zeige, dass China verhandeln wolle. „Aber wenn das zu nichts führt, könnte es auch größere Gegenmaßnahmen geben, zum Beispiel auch Zölle auf europäische Autos, die nach China geliefert werden“, so Fuest. Das würde am Ende eine zusätzliche Belastung der europäischen Autobauer bedeuten und die Lage verschärfen.

Inhaltsübersicht
ifo-Chef: „Wir müssen uns ein bisschen am Riemen reißen“Zusatzzölle bis zu 35,3 ProzentAutobranche warnt vor HandelskonfliktDeutschland gegen ZollaufschlägePeking rief Welthandelsorganisation an

Nicht nur bei Volkswagen, wo zuletzt dramatische Gewinneinbrüche vermeldet wurden und drei Werke in Deutschland geschlossen werden sollen, sondern in der gesamten Automobilbranche beziehungsweise generell am Standort Deutschland gebe es Probleme, betonte Fuest. Es fehle an Modernisierung und IT-Kenntnissen. „Der Wettbewerb verschärft sich, Länder wie China sind nun auch in der Lage, ziemlich gute Autos zu bauen und das bedeutet für uns, wir müssen uns umstellen“, so der Institutschef.

ifo-Chef: „Wir müssen uns ein bisschen am Riemen reißen“

Er denke zwar nicht, dass die VW-Krise eine gesamtwirtschaftliche Krise in Deutschland auslösen werde, „aber VW ist ja nicht das einzige Unternehmen, das in Schwierigkeiten ist. Deshalb müssen wir uns jetzt wirklich ein bisschen am Riemen reißen, uns umstellen und wieder effizienter und produktiver werden“.

Zusatzzölle bis zu 35,3 Prozent

Die EU hatte am Dienstag Zusatzzölle von bis zu 35,3 Prozent auf Elektroautos aus China endgültig beschlossen und in Kraft gesetzt. Die EU-Kommission unter Präsidentin Ursula von der Leyen setzte sich damit über deutschen Widerstand hinweg. Die Behörde wirft China unzulässige und den Wettbewerb verzerrende Subventionen für seine Elektroauto-Hersteller vor. Die deutschen Autobauer befürchten Gegenmaßnahmen durch Peking und Nachteile für ihr exportorientiertes Geschäftsmodell.

Autobranche warnt vor Handelskonflikt

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) warnt vor einem „weitreichenden Handelskonflikt“ mit Peking, der das deutsche Wirtschaftswachstum weiter drücken und zu Arbeitsplatzverlusten führen könnte. Für deutsche Hersteller ist China ein wichtiger Markt, auch wenn ihr Absatz von Verbrennern dort zuletzt stark zurückging und bei E-Autos chinesische Marken vorne liegen.

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) fürchtet, dass die Strafzölle die ohnehin schleppende Nachfrage nach batterieelektrischen Fahrzeugen weiter schwächen werden. Zugleich erhöhten sie die Gefahr eines für Verbraucher schädlichen Handelskonflikts. „Die Leidtragenden sind insbesondere die Kundinnen und Kunden. Denn die Elektrofahrzeuge aus China werden jetzt deutlich teurer. Zugleich nimmt der Druck auf die europäischen Hersteller ab, preisgünstigere E-Fahrzeuge auf den Markt zu bringen“, so ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn.

Deutschland gegen Zollaufschläge

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte sich gegen die Zollaufschläge ausgesprochen und vor wirtschaftlichen Schäden in Europa gewarnt. Deutschland und Länder wie Ungarn oder die Slowakei wurden allerdings Anfang Oktober bei einem Votum der Mitgliedsländer in Brüssel überstimmt. Vor allem Frankreich und Italien, deren Autobauer weniger in China vertreten sind, stehen hinter der härteren Gangart der EU-Kommission.

„Solche Handelskonflikte sind nichts, was wir anstreben sollten“, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit in Berlin. Die Erwartungshaltung der Bundesregierung „geht an Brüssel und Peking, dass man zu tragfähigen und konstruktiven Lösungen kommt“. Die EU-Kommission müsse gemeinsam mit der chinesischen Regierung eine Lösung finden.

Peking rief Welthandelsorganisation an

Das Handelsministerium der Volksrepublik wirft Europa „Protektionismus“ vor und droht mit „allen notwendigen Maßnahmen“, um seine E-Autobauer zu schützen. Peking rief wegen der EU-Zölle die Welthandelsorganisation (WTO) an. Zudem hatte China Anfang Oktober vorläufige Strafzölle auf europäischen Weinbrand eingeführt und droht mit Aufschlägen auf Milchprodukte und Schweinefleisch. Brüssel schaltete deshalb seinerseits die WTO ein.

Mit Informationen von dpa und AFP

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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