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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Oh du traurige? Tipps für ein stressfreies Weihnachten
Wissen

Oh du traurige? Tipps für ein stressfreies Weihnachten

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 9. Dezember 2024 07:51
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Der 22-Jährige Münchner Jonas freut sich in diesem Jahr auf Weihnachten. Für ihn ist das nicht selbstverständlich – er hat Depressionen, aber inzwischen kann er darüber sprechen. „Bei manchen Themen ist es einfach wichtig, offen darüber zu sprechen. Deswegen mache ich das auch“, erzählt er BR24. Seine Familie hat sich an eine Selbsthilfegruppe gewandt, den Verband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen. Für die Weihnachtsfeiertage haben sie nun eine Regel eingeführt: „Wenn einem etwas zu viel wird, darf man sich zurückziehen und sich eine Pause nehmen.“

Inhaltsübersicht
Psychologin: „Hammerhart hohe Erwartungen“ an WeihnachtenTipps für weniger psychische Belastung an WeihnachtenErwartungen in der Familie abgleichenAkzeptieren, dass diese Tage viel Konfliktpotenzial bergenTelefonische Hilfe: Telefonseelsorge und Krisenchat

Psychologin: „Hammerhart hohe Erwartungen“ an Weihnachten

An Weihnachten fallen plötzlich viele Strukturen weg: Die Schule ist geschlossen, der Sportverein macht Trainingspause, Freunde und Bekannte sind bei ihren Familien. Weihnachten kann so in manchen Familien zu einer besonderen Herausforderung werden, meint auch Johanna Löchner, Professorin für Psychologie an der Universität Erlangen. „Da gibt es teils hammerhart hohe Erwartungen: Die Familie kommt zusammen, und man hat ganz bestimmte Vorstellungen im Kopf, wie es ablaufen soll.“ Dann knalle es zwischendrin schon einfach mal, erklärt die Psychologin.

Tipps für weniger psychische Belastung an Weihnachten

Mit der Familie im Vorhinein Regeln für Weihnachten zu vereinbaren: Das kann entlastend wirken – vor allem wenn es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Konflikten oder Krisen gekommen sei, argumentiert Dominique de Marné von der Mental Health Crowd München. Sie war 15 Jahre lang psychisch erkrankt und berät nun Menschen, wie sie die Weihnachten möglichst ohne zu große psychische Belastung durchstehen. Hier einige ihrer Tipps:

  • einen Plan aufschreiben, um zu wissen, worauf man sich einstellen muss: Wann bin ich an den Feiertagen wo, und wann wird es wahrscheinlich anstrengend?
  • Mit Familienmitgliedern, mit denen die Beziehung gut ist, Codewörter vereinbaren, die wie ein „Hilferuf“ funktionieren
  • Vorher mit der Familie Absprachen treffen, „welche Themen im Bestfall nicht angesprochen werden sollen. Zum Beispiel im Familienchat schreiben, dass dieses Mal bitte nicht nach der Arbeit oder dem Familienstatus gefragt wird.“ Das sei natürlich keine Garantie, aber „es sind alle einmal sensibilisiert“, so Dominique de Marné.
  • „Selfcare-Inseln“ schaffen: zum Beispiel mit einem Freund oder einer Freundin zu einer festen Uhrzeit ein kurzes Telefonat vereinbaren
  • Sich selbst belohnen, wenn man etwas gut überstanden hat, zum Beispiel mit einem alten Feel-Good-Film
  • Öfter mal eine kurze Pause draußen machen
  • Basics nicht vernachlässigen: „Vielleicht nach jedem zehnten Plätzchen einen Apfel oder nach jedem Glas Wein auch ein Glas Wasser trinken, genug Schlaf finden.“
  • Unterstützung bei anderen suchen.

Erwartungen in der Familie abgleichen

Auch die Psychologin Johanna Löchner rät, sich psychisch schon vor Weihnachten vorzubereiten, indem man sich die eigenen Erwartungen bewusst macht und mit anderen Familienmitgliedern abklärt. Das Ziel: überhöhte Erwartungen herunterschrauben und Kompromisse finden, damit es möglichst allen mit dem Familientreffen gut geht. „Grundsätzlich würden alle davon profitieren, ein bisschen entspannter ranzugehen, was ihre Erwartungen angeht“, meint sie. Offen zu sein und nicht nur die eigenen Ideen durchsetzen zu wollen, helfe.

Akzeptieren, dass diese Tage viel Konfliktpotenzial bergen

Und wenn es trotz aller Vorbereitung dann doch zu Konflikten oder Streit kommen sollte, empfiehlt Dominique de Marné: „Falls es doch eskaliert, dann würde ich vor allem empfehlen, nicht noch extra hart zu sich selber zu sein, sondern vielleicht extra nett – und zu akzeptieren, dass diese Tage viel Konfliktpotenzial bergen.“ In einem zweiten Schritt könne man dann überlegen, woran es gelegen hat und wie man es im nächsten Jahr an Weihnachten besser machen kann.

Telefonische Hilfe: Telefonseelsorge und Krisenchat

Falls Sie psychologische Hilfe brauchen, können Sie sich jederzeit an die Krisendienste Bayern unter der 0800 / 655 3000 wenden. Außerdem haben die Mitarbeitenden der Telefonseelsorge 24 Stunden am Tag ein offenes Ohr: 0800 / 111 0 111 oder 0800 / 111 0 222. Für eine Beratung per Chat kann man sich auch beim Krisenchat melden. Speziell für ältere Menschen ist zudem das „Silbernetz-Feiertagstelefon“ ab dem 24. Dezember um 8.00 Uhr bis Neujahr um 22.00 Uhr erreichbar – deutschlandweit unter 0800 / 4 70 80 90.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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