Im Vergleich zum Juli ist die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent gestiegen. Vergleicht man die Zahlen mit den Werten von vor einem Jahr, ist die Quote um 0,3 Prozentpunkte höher. Im August 2024 waren noch 27.295 weniger Menschen arbeitslos gemeldet.
Beschäftigung wächst kaum noch
Grundsätzlich ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit im August im Freistaat normal, weil sich viele junge Menschen vor Beginn, beziehungsweise nach Abschluss ihrer Ausbildung oder ihres Studiums vorübergehend arbeitslos melden. Doch in diesem August ist die Arbeitslosenquote auf dem höchsten Stand seit 15 Jahren.
Auch die Beschäftigung steigt kaum noch, weil sich Arbeitgeber bei der Besetzung offener Stellen zurückhalten. „Die Chance, die Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer neuen Beschäftigung zu beenden, ist weiter gesunken“, fasst der stellvertretende Chef der bayerischen Arbeitsagenturen, Peter Michel, die aktuelle Situation zusammen.
So wurden in Bayern zuletzt 5.969.800 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte registriert. Ein Plus von 2.600 gegenüber dem Vormonat und von 10.300 gegenüber dem August 2024. Der Beschäftigungsaufbau findet aber vor allem im Dienstleistungsbereich statt. Dies könne die negative Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe und in der Zeitarbeit aber kaum noch ausgleichen, berichtet die BA-Regionaldirektion Bayern.
Zahl der Kurzarbeitenden noch einmal gestiegen
Auch die Zahl der Menschen, die von Kurzarbeit betroffen sind, hat sich noch einmal erhöht. Diese Zahl wird immer mit einer dreimonatigen Verzögerung festgestellt. So waren im vergangenen Mai 57.561 Kurzarbeitende registriert. Das waren 26.035 mehr als im Mai 2024, was einem Anstieg von 83 Prozent entspricht. Zudem ist auch die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften weiterhin rückläufig.
Seit Jahresbeginn wurden den bayerischen Arbeitsagenturen und Jobcentern 167.606 neue Arbeitsstellen gemeldet. Das sind rund acht Prozent weniger gemeldete Stellen als vor einem Jahr. Diese rückläufige Nachfrage zeigt sich in fast allen Bereichen, besonders aber in der Zeitarbeit, auf die über 40 Prozent des gesamten Stellenrückgangs entfallen. Auch im Handel, in der Kfz-Branche, in der Metall- und Elektroindustrie sowie in der Stahlindustrie ist die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken.
Schwaben weiterhin mit bester Arbeitslosenquote
Ein gesunder Branchenmix sorgt weiterhin dafür, dass Schwaben unter den bayerischen Regierungsbezirken am besten dasteht. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent liegt der Regierungsbezirk deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt von 4,2 Prozent. Auch die Oberpfalz (3,9 Prozent), Niederbayern (4,0), und Oberbayern (4,1) liegen unter dem bayerischen Mittelwert.
Unterfranken liegt mit 4,2 Prozent genau auf dem gesamtbayerischen Niveau, während Oberfranken und Mittelfranken mit Quoten von 4,5 bzw. 4,9 Prozent eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit haben. In Mittelfranken wird der Wert vor allem durch die Stadt Nürnberg bestimmt – mit knapp 24.000 entfällt fast die Hälfte der rund 51.000 mittelfränkischen Arbeitslosen auf die Frankenmetropole. Neben klassischen Großstadtproblemen wirkt sich hier auch aus, dass die geringe Nachfrage bei der Zeitarbeit eine große Rolle spielt.
Rückläufige Arbeitslosigkeit in den Kreisen Roth und Unterallgäu
Unter den bayerischen Städten und Gemeinden weisen die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Unterallgäu und Roth die besten Werte auf. Hier beträgt die Arbeitslosenquote jeweils 2,5 Prozent. In den beiden letztgenannten Landkreisen ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht gesunken. Das wirkt sich auch auf die Arbeitslosenquote aus, die im August 2024 noch 0,1 Prozentpunkte höher lag.
Bayerisches Schlusslicht ist die Stadt Aschaffenburg mit 7,8 Prozent. Hier wirkt sich der Wandel, vor allem in der Maschinenbau- und Auto-Zulieferindustrie, derzeit besonders aus. Auch die Städte Hof und Nürnberg mit jeweils 7,7 Prozent und Coburg mit 7,6 Prozent sind auf den hinteren Plätzen zu finden.