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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Das soll ein Roman sein? „Odenwald“ von Thomas Meinecke
Kultur

Das soll ein Roman sein? „Odenwald“ von Thomas Meinecke

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 14. Oktober 2024 08:59
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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„Plastik“ sei ein fantastisches Wort, heißt es auf Seite 40 aus dem Mund eines Fabrikanten, und dann: „Thomas kann ihm nur hellauf zustimmen“. Gemeint ist Thomas Meinecke, der Autor des Romans, der zugleich eine seiner Figuren ist. Weiter im Text: „Siehe auch Kunststoff, das weltberühmte Album des Heidelbergers David Moufang alias Move D aus dem Jahr 1995.“

Inhaltsübersicht
Kunststoff, die Nibelungen und AdornoLesen und googelnFast ein Odenwald-Western

Kunststoff, die Nibelungen und Adorno

„Siehe auch“, Assoziation und Verweis also, als Bauprinzip von Literatur. Ein paar Zeilen, und wir sind mittendrin im Meinecke-Kosmos: Popkultur und Provinz, Zitat, Selbstzitat und emphatische Künstlichkeit. Die Koziol-Werke in Erbach im Odenwald sind es, von deren Kunststoff hier die Rede ist, der Odenwald ist Nibelungenlied-Land, Erbach nicht weit von Amorbach, wo Adorno seine Kindheitssommer verbrachte. Der einzige Ort „auf diesem fragwürdigen Planeten“, an dem er sich immer zu Hause gefühlt habe, wie der Philosoph später schrieb.

Orte sind wichtig bei Meinecke, echte Schauplätze von Handlung aber sind sie nicht. Denn dieser Autor schreibt keine Handlungsromane. Doch was dann? Diskursliteratur vielleicht, würde das nicht zu thesenfroh klingen, denn um Thesen geht es auch wieder nicht. Es geht, so könnte man etwas hochtrabend sagen, um eine Grunderfahrung der Moderne: Alles ist mit fast allem verbunden, unsere Welt ist das, was uns über Bild und Text von ihr erreicht, einen festen Punkt der Beobachtung gibt es nicht mehr.

Lesen und googeln

Das verändert auch das Bücherschreiben: Er sei nicht interessiert daran, so Meinecke, „einen souveränen Autor abzugeben, der alles weiß“, sondern er suche auch. „Und bei diesen Suchprozessen sind dann die Lesenden mit dabei“. „Suchprozesse“ ist hier wörtlich zu verstehen: Man liest das Buch zusammen mit Google, prüft Wikipedia-Zitate und Zeitungsartikel. Zieht Roland Barthes aus dem Regal, die Brüder Grimm oder Judith Butler, die für Meinecke noch immer ein wichtiger Bezugspunkt ist, auch wenn er ihre politischen Positionen zu Israel nicht teilt.

Wir sind, was wir lesen: Hätte der Roman eine Botschaft, dann wäre es diese. Natürlich ist es schon ein bisschen eitel, wenn Meinecke sich selbst in sein Buch hin-einschreibt als Schriftsteller, über dessen frühen Roman „Tomboy“ eine Tagung in Austin, Texas stattfindet. Und natürlich kann man streckenweise ratlos sein, auch leicht genervt mit dieser ausfransenden Lektüre. Doch genau das kalkuliert der Roman. Er ist kein geschlossener Raum, den man andächtig betritt, sondern ein poröses Gebilde. Ebenso porös wie die erstaunliche Lektüre-Erfahrung, die man mit ihm machen kann.

Fast ein Odenwald-Western

Apropos Texas: Im 19. Jahrhundert organisierte ein hessischer Adelsverein Auswanderungen in die USA, mit dabei: das Odenwälder Fürstenhaus zu Leiningen. Auch das ist Stoff für die „Fundstück-Ästhetik“ des Romans. Die neuen Siedlungen zogen Utopiker und Sozialisten an – und Pioniere der Abenteuerliteratur. „Manche hielten den Western sogar für eine deutsche Erfindung“, lautet der letzte Satz des Romans. Kein Schlusspunkt sagt Thomas Meinecke, er werde Motive aus „Odenwald“ fortschreiben: „Es macht mir einfach Spaß – ich will mir ja nichts ausdenken.“

Wenn Meineckes Schreibweise immer noch Avantgarde ist, dann eine sehr bodenständige, ganz ohne programmatische Geste. Hier wird nicht behauptet, Literatur auf der Höhe der Zeit gehe nur so, hier probiert einer einfach aus, was passiert, wenn man einen Roman in die lässige Obsession verkehrt, mit allen möglichen Textsorten allen möglichen Motiven zu folgen. Ohne Anfang und Ende, Konflikt oder Erlösung. Fast wie im richtigen Leben.

„Odenwald“ von Thomas Meinecke ist bei Suhrkamp erschienen und kostet 26,- Euro.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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