Politische Satire in den 80er Jahren
„Birne, das Buch zum Kanzler“, „Birne zaubert“, „Birnes letztes Abenteuer“, in den 80er Jahren war der ewige Kanzler Helmut Kohl durch Hans Traxler mehr Birne als Kohl. Seinerzeit stand die politische Satire hoch im Kurs. Doch Traxler widmete nur einen kleinen Teil seiner Energie diesem Bereich. „Ich wollte jetzt nicht mein ganzes Leben mit Satire zubringen. Etwa 30 Prozent meiner Zeichnungen könnte man so unter politischer Karikatur subsummieren.“ Er habe nicht nur Birne oder den Papst gezeichnet, sondern Bücher und Kinderbücher illustriert.
Die Freude am Weiterdrehen der Realität
Seine Kinderbücher, Cartoons und Illustrationen sind leichthändig und locker. Sie überzeugen durch eine klare Bildidee und überraschende Pointen. Doch ebenso ist ihnen die grundsolide malerische Ausbildung Traxlers in der Frankfurter Städelschule in den 50er Jahren eingeschrieben. Die Zeichnungen sind bereits auf den ersten Blick witzig.
Und sie offenbaren Details und einen Hintersinn, der auch einen zweiten und einen dritten Blick lohnt. Auf diese Weise hatte Traxler es geschafft, dass Kinderbücher etwa über „Die Leuchtgans Paula“ oder „Aus dem Leben der Gummibärchen“ genauso gut von Erwachsenen gelesen werden. Und andererseits Klassiker wie Goethe auch den ganz Jungen nahegebracht werden. Eigentlich, so erzählte er, benötigt der Satiriker gar nicht viel Fantasie, um auf solche Ideen zu kommen. „Dieses Weiterdrehen der Realität – da braucht man gar nicht viel zu machen. Das ist das sehr Reizvolle an meinem Beruf.“
Traxler wurde zum Klassiker
Seit den 80er Jahren löste der Buchillustrator den politischen Karikaturisten ab. Goethe, Joseph von Eichendorff, Christian Morgenstern, Heinrich Heine, Kurt Tucholsky. Ihre klassischen Werke wie „Schloß Gripsholm“ oder „Aus dem Leben eines Taugenichts“ versah Traxler mit kongenialen Zeichnungen. Auf diese Weise wurde er, dem Rat eines frühen Lehrers folgend, selber ein Klassiker. So habe ihm sein erster Zeichenlehrer einmal gesagt: „Wenn Sie richtig zeichnen können, kann Ihnen im Leben nie wieder was Böses widerfahren. Fand ich sehr nett diesen Spruch, den habe ich immer hochgehalten.“

