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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „To Pimp a Butterfly“: Zehn Jahre Rap-Revolution
Kultur

„To Pimp a Butterfly“: Zehn Jahre Rap-Revolution

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 14. März 2025 12:51
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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„Black Lives Matter“ – das hatte Kendrick Lamar schon verinnerlicht, lange bevor es die Bewegung überhaupt gab. Schon vor „To Pimp a Butterfly“ war Lamars Stimme eine Hausnummer im Rap-Geschäft. Dass diese Stimme Jahre, sogar Jahrzehnte später vom US-Präsidenten gehört wird, gehört werden muss, war damals aber nicht abzusehen.

Inhaltsübersicht
Komplexität bis zur ÜberforderungAfroamerikanischer Geschichtsbogen

Morgen wird sein Album „To Pimp A Butterfly“ von 2015 zehn Jahre alt – und hat nichts verloren von seiner Dringlichkeit. „Meine Freunde werden immer als Kriminelle abgetan, aber ich bin mit ihnen aufgewachsen, ich kenne auch ihre guten Seiten. Und wenn sie sich angeblich aufführen wie Tiere, ist es traurig, aber ihr Umfeld hat sie dazu gemacht, die äußeren Umstände. Ich will, dass die alte Generation kapiert, dass auch wir Moral haben und Respekt voreinander“, sagt Lamar.

Komplexität bis zur Überforderung

Hip-Hop ist das Sprachrohr der Unterdrückten und Unterprivilegierten, zumindest kann es das sein. Hip-Hop sei das „CNN der Schwarzen“, so lautet eine mittlerweile fast schon ausgelutschte Floskel. Was einen beim Hören überkommt: Euphorie, großes Staunen und gleichzeitig das Gefühl kompletter Überforderung. Als weißer Mensch kann man dieses dichte, komplexe und überwältigende Konglomerat aus Rap, Jazz, Funk und Soul schwer fassen. Schon damals wurde deutlich: Mit diesem Werk des kommenden Superstars Kendrick Lamar würden sich Studenten und Professoren beschäftigen müssen, versuchen es zu dechiffrieren, einzuordnen in die Black History. Und Lamar spielte beim diesjährigen Superbowl, bei dem auch US-Präsident Trump anwesend war, die „schwärzeste Halbzeitshow der Geschichte“.

Und tatsächlich ist „To Pimp A Butterfly“ 2017 als Standardwerk der afroamerikanischen Kultur in die altehrwürdige Harvard-Bibliothek aufgenommen worden. „To Pimp A Butterfly“ ist Lamars „Apokalypse Now“, eine Reise tief hinein ins Herz der Finsternis. Der Finsternis der amerikanischen Gegenwart. Eigentlich ist der amerikanische Traum für den jungen Hip-Hop-Star vor zehn Jahren schon in Sichtweite. Die Schmetterlingsflügel schlagen schon, aber dann wird dieser junge Rapper von massiven Selbstzweifeln geplagt. Geld, Autos und Frauen fliegen ihm zu, aber seine afroamerikanischen Freunde werden nach wie vor diskriminiert, oft genug auf den Straßen ermordet. Die Echokammer von 400 Jahren Rassismus, die Echokammer des afroamerikanischen Selbsthasses – sie arbeitet schwer in Kendrick Lamar.

Afroamerikanischer Geschichtsbogen

„To Pimp A Butterfly“ ist ein riesiger afroamerikanischer Geschichtsbogen. George Clinton kreuzt auf, der Jazz rollt, Snoop Dogg schaut vorbei und die Isley Brothers singen im Hintergrund. Kein Album dieser Dekade will so viel wie „To Pimp A Butterfly“ – und kann so viel. Dieses Album ist so unglaublich komplex wie die Welt, in der schwarze Menschen leben, und das zeichnet es aus. Über diese Platte werden wir noch in 20 Jahren sprechen, so wie wir es heute ehrfürchtig über „What’s Going On“ von Marvin Gaye hören. Also, folgen Sie bitte Kendrick Lamar: Musik an, Fernseher aus.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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