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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Zweite Staffel von „Wednesday“: Die Heldin, die keine sein will
Kultur

Zweite Staffel von „Wednesday“: Die Heldin, die keine sein will

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 6. August 2025 14:48
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Unglücklich ist das Land, das Helden nötig hat, schrieb Bertolt Brecht. Auch die Serienfigur „Wednesday“ weiß das: Eine funktionierende Gemeinschaft braucht eigentlich keine tollkühne Retterin. Aber in Staffel zwei der gleichnamigen Netflix-Serie wird Wednesday zu einer Heldin gemacht. Ob sie will oder nicht.

Inhaltsübersicht
Rückkehr ins InternatNeues aus dem Tim Burton-UniversumHorror für JüngereGelungene neue Staffel

Rückkehr ins Internat

Ein kurzer Rückblick: Wednesday Addams, das ist die Teenagerin mit Vorliebe für Gewalt und mit hellseherischen Fähigkeiten aus der berühmt-berüchtigten „Addams-Family“. In Staffel eins wurde sie an die Nevermore-Academy geschickt, ein Internat für Außenseiter. Wednesday hatte im Schwimmunterricht Piranhas ins Becken geworfen, um mobbende Mitschüler zu bestrafen – und war deshalb von der Schule geflogen. In Nevermore musste Wednesday Freunde finden, einen Serienmord aufklären und ein Monster besiegen.

In Staffel zwei kehrt sie jetzt an das Internat zurück. Und wird dort plötzlich von allen bewundert. Dabei lehnt Wednesday Heldenverehrung grundsätzlich ab.

Neues aus dem Tim Burton-Universum

Wie es für den Serienschöpfer und ausführenden Produzenten Tim Burton typisch ist, wartet auch in Staffel zwei ein abstruser Mix aus Mysterien und Gräueltaten auf Wednesday, gespielt von Jenna Ortega. Da ist zum Beispiel ein Zombie, der es auf die Gehirne der Schülerinnen und Schüler abgesehen hat. Da ist ein einäugiger Rabe, der Menschen verschwinden lässt.

Und da ist Wednesdays Mutter, gespielt von Catherine Zeta-Jones, die der Tochter das Zauberbuch wegnimmt – aus Sorge, sie könnte es mit der Hellseherei übertreiben. Dann ereilt Wednesday noch die Vision, dass sie für den Tod ihrer besten Freundin Enid verantwortlich ist. Es gibt also wieder viel zu tun für Wednesday und ihren Handlanger „Händchen“ – eine abgetrennte Hand mit eigenem Willen.

Horror für Jüngere

Dabei bleibt Wednesday eine Serie, die sich an ein jüngeres Publikum richtet – auch wenn die Highschool und Internat-Klischees in der zweiten Staffel etwas weniger im Vordergrund stehen als in der Ersten. Das tut der Serie gut – denn am stärksten wird Wednesday immer dann, wenn sie mit Figuren außerhalb des Internats interagiert.

Zum Beispiel, als das Sicherheitspersonal am Flughafen Wednesdays Tasche bei einer Kontrolle öffnet und dort Folterinstrumente und das abgetrennte Händchen entdeckt, sich aber dann darüber beschwert, dass Wednesday eine Flüssigkeit von über hundert Milliliter dabei hat.

Gelungene neue Staffel

Vier Folgen der zweiten Staffel wurden bereits veröffentlicht. Die nächsten vier erscheinen Anfang September. Besonders spannend macht die neue Staffel dabei erneut der Spagat zwischen Wohlfühlserie und Horrortrip. Und die subversive Art der Hauptfigur, die sich abgrenzt vom Mainstream.

„Wednesday“ ist ein teures Netflix-Spektakel, das einem ständig ins Gesicht springt. Aber auch ein gelungener Gegenpol zu den Superhelden, die gerade Kino und Serienwelt fluten. Bertolt Brecht hätte das sicher gefreut. Unglücklich ist das Land, das Helden nötig hat.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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