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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Ein Monat Mercosur: Bayerische Wirtschaft spürt erste Impulse
Wirtschaft

Ein Monat Mercosur: Bayerische Wirtschaft spürt erste Impulse

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 1. Juni 2026 12:47
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Seit 1. Mai gilt das Handelsabkommen zwischen der EU und Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay vorläufig – die endgültige Ratifizierung in der EU steht noch aus, aber erste Zölle sind bereits gefallen.

Inhaltsübersicht
Bayerischer Zulieferer produziert bis 300 Teile pro AutoMehr Mercosur-Exporte brächten „signifikanten Umsatzanteil“

In Bayern hofft vor allem die Industrie auf neue Geschäfte. Die Auto-Exporte aus der EU in Mercosur-Staaten könnten sich sogar verdreifachen – von aktuell jährlich 54.000 Fahrzeugen auf 160.000 Fahrzeuge im Jahr 2040. Das sagt Thomas Köberlein, Geschäftsbereichsleiter des Zulieferers Schreiner ProTech, und beruft sich auf Schätzungen des Europäischen Autoherstellerverbands (ACEA) und der EU-Kommission. Bei Bauteilen für Autos könnten damit die Zulieferungen von einer auf drei Millionen steigen.

Bayerischer Zulieferer produziert bis 300 Teile pro Auto

Ein Besuch bei der Schreiner Group in Oberschleißheim bei München: Eine 70 Meter lange Siebdruckmaschine zieht sich durch die Produktionshalle. Folie spult Rolle für Rolle weiter, Drucker heben und senken sich im immer gleichen Takt. Raus kommen dabei: Etiketten für Autos. „In jedem Fahrzeug können Sie davon ausgehen, dass bis zu 300 Teile von uns verbaut sind“, sagt Köberlein. Damit meint er in erster Linie Etiketten, wie zum Beispiel mit der Fahrgestellnummer.

Manche von ihnen enthalten bis zu sieben versteckte Sicherheitsmerkmale. Wird zum Beispiel die Fahrgestellnummer entfernt, zerstört sich der Druck selbst. „Dann weiß die Polizei: An diesem Fahrzeug wurde etwas manipuliert“, so Köberlein.

Mehr Mercosur-Exporte brächten „signifikanten Umsatzanteil“

Rund 75 Prozent des Umsatzes erzielt die Schreiner Group nach Köberleins Angaben außerhalb Deutschlands. Das Unternehmen liefert zwar nicht direkt nach Südamerika, spürt das Mercosur-Abkommen aber über seine Kunden – große Automobilhersteller und Zulieferer in Europa. „Mit jedem Fahrzeug, das mehr in Mercosur-Staaten exportiert wird, exportieren wir indirekt 300 Teile mehr“, erklärt er.

Seit 1. Mai sind die Zölle für Fahrzeuge in den Mercosur-Staaten – bisher rund 34 Prozent – auf 17 Prozent halbiert worden. Drei Mal so viele Fahrzeug-Exporte erwartet die Automobilbranche. Für die mittelständische Schreiner Group mit rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wäre das deutlich zu spüren: „Das ist ein signifikanter Umsatzanteil. Und es ist grundsätzlich zu begrüßen, dass wir neben den großen Absatzmärkten wie Nordamerika und China weitere Absatzmärkte entwickeln, um einfach robuster zu sein.“

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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