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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Kaufen oder leasen: Was beim E-Auto wirklich sinnvoll ist
Wirtschaft

Kaufen oder leasen: Was beim E-Auto wirklich sinnvoll ist

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 1. Juni 2026 12:47
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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E-Autos liegen wieder im Trend: Laut Kraftfahrt-Bundesamt wurden im April 2026 rund 249.000 Fahrzeuge neu zugelassen – jedes vierte davon mit reinem Elektroantrieb – ein Plus von 41 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ehe sie sich für einen Stromer entscheiden, stellen sich viele Verbraucherinnen und Verbraucher die Frage: Leasen, neu oder gebraucht kaufen? Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Es kommt auf eine Vielzahl von Faktoren an.

Inhaltsübersicht
Leasing: flexibel, aber nicht ohne RisikoKauf: höhere Anfangskosten, aber mehr FreiheitBatterie-Risiko nimmt abTechnische Sprünge werden kleinerGebrauchte E-Autos als AlternativeWorauf es jetzt ankommt

Leasing: flexibel, aber nicht ohne Risiko

Beim Leasing wird das Fahrzeug für einen festgelegten Zeitraum genutzt, häufig für 24 bis 48 Monate. Danach geht es zurück an den Leasinggeber. Der Vorteil: Kundinnen und Kunden bleiben flexibel und können regelmäßig auf neuere Modelle umsteigen. Gerade bei E-Autos war das lange attraktiv, weil Reichweiten, Ladezeiten und Batterietechnik schnell besser wurden.

Allerdings gehört das Auto nicht dem Leasingnehmer. Bei der Rückgabe können Kratzer oder Mehrkilometer teuer werden. Auch Wartungs- und Reparaturkosten sollten im Vertrag genau geprüft werden. Wer least, kauft also vor allem Planungssicherheit – aber nicht automatisch den günstigsten Weg.

Kauf: höhere Anfangskosten, aber mehr Freiheit

Wer ein Elektroauto kauft, ist Eigentümer und kann frei über sein Fahrzeug verfügen. Wer bar zahlen kann, hat oft Verhandlungsspielraum beim Preis. Der Fahrzeugtechnik-Professor Markus Lienkamp von der Technischen Universität München verfolgt den Markt genau. Er meint, ein Kauf könne vor allem für Menschen günstiger sein, die ihr Auto viele Jahre fahren möchten. Wird der Kauf finanziert, lohne sich ein Vergleich mit Leasingangeboten. Denn unter dem Strich verlange „der Leasinganbieter die Kapitalkosten, die auch eine Bank verlangt“.

Batterie-Risiko nimmt ab

Die mittel- bis langfristig auftretenden Schwächen der Batterien waren lange Zeit ein starkes Argument fürs Leasing. Viele Käufer fürchteten schnelle Alterung und hohe Wertverluste. Lienkamp gibt hier teilweise Entwarnung: Moderne Batterien seien deutlich langlebiger als früher. Bei einem Test mit Batterien eines VW ID.3 hätten diese in einem normalen Fahrzyklus rechnerisch mehr als eine Million Kilometer gehalten.

Ganz verschwunden ist die Unsicherheit aber nicht. Hersteller garantieren häufig bestimmte Laufleistungen und Zeiträume. Wie stark Batterien kalendarisch altern, zeigt sich oft erst nach vielen Jahren.

Technische Sprünge werden kleiner

In den vergangenen Jahren machten Elektroautos zudem große Fortschritte: mehr Reichweite, kürzere Ladezeiten, effizientere Antriebe. Dadurch verloren ältere Modelle schneller an Attraktivität. Nach Einschätzung von Lienkamp flacht diese Entwicklung inzwischen ab. Wer 2026 ein E-Auto kaufe, bekomme einen Stand der Technik, der sich in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht so schnell überholen werde.

Auch deshalb könne der Kauf wieder interessanter werden. Lienkamp vermutet, dass Leasingunternehmen Restwertrisiken derzeit eher vorsichtig einpreisen. Wenn Leasingraten dadurch hoch ausfallen, spricht das eher für den Kauf.

Gebrauchte E-Autos als Alternative

Interessant können derzeit gebrauchte Elektroautos sein. Nach etwa drei Jahren liegen viele Modelle bei rund 50 Prozent des Neupreises, bei Verbrennern sind es häufig mehr als 60 Prozent. Technisch sind viele gebrauchte E-Modelle vor allem für Menschen interessant, die keine sehr hohen Reichweiten brauchen und im Alltag selten mehr als 200 Kilometer am Tag fahren: Auch vor einigen Jahren wurden schon Fahrzeuge mit mehreren hundert Kilometern Reichweite angeboten – selbst bei 80 Prozent Leistung der Batterie, also eine machbare Strecke.

Vor dem Kauf sollte aber der Batteriezustand geprüft werden. Ein unabhängiger Batteriecheck kann helfen, Kapazität und Zustand besser einzuschätzen. Die Kosten dafür liegen laut TÜV meist zwischen 100 und 200 Euro.

Worauf es jetzt ankommt

Ob Kauf oder Leasing günstiger ist, hängt stark vom persönlichen Nutzungsverhalten ab. Wer maximale Flexibilität möchte und regelmäßig neue Modelle fahren will, für den kann Leasing sinnvoll sein. Wer dagegen langfristig plant und sein Auto viele Jahre halten möchte, fährt mit dem Kauf oft besser. Und wer beim Neuwagenpreis zögert, sollte den Gebrauchtmarkt prüfen.

Entscheidend ist nicht die Grundsatzfrage Kauf oder Leasing – sondern ob das Angebot zum eigenen Ladealltag, zur Fahrleistung und zum Risiko passt.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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