Die Lufthansa-Gruppe wird in diesem Sommer etwa 20.000 Flüge weniger durchführen als ursprünglich geplant. In einer Pressemitteilung schreibt der Konzern, es gehe um Kurzstreckenflüge. Dabei handelt es sich offenbar in erster Linie um wegfallende Verbindungen der eingestellten Tochter CityLine, die nicht durch andere Konzerntöchter oder gecharterte Maschinen übernommen werden.
Steigende Kerosinpreise treiben Kosten in Milliardenhöhe
Das Unternehmen begründet dies mit Preissprüngen beim Flugbenzin. So haben sich die Kosten für Kerosin seit dem Beginn des Krieges in der Golfregion ungefähr verdoppelt. Die Lufthansa hat sich zwar nach eigenen Angaben 80 Prozent ihres Kerosinbedarfs für dieses Jahr zu aus heutiger Sicht günstigen Konditionen gesichert. Sollten die Preise aber weiter hoch bleiben, dann würden allein die 20 Prozent nicht abgesichertes Kerosin nach Firmenangaben Mehrkosten in Höhe von bis zu 1,5 Milliarden Euro bedeuten. Das entspricht ungefähr dem gesamten Gewinn des Vorjahres.
Unsicherheit über Auswirkungen auf bayerische Flughäfen
Bis jetzt fehlt noch ein Überblick, inwieweit die von der Lufthansa bedienten beiden bayerischen Flughäfen Nürnberg und vor allem München konkret betroffen sein werden. Der Konzern hat für Ende April bzw. Anfang Mai angekündigt, eine mittelfristige Streckenplanung für die kommenden Monate zu veröffentlichen.
Wegen CityLine: Kritik von den Gewerkschaften
Das Unternehmen hatte den Betrieb seiner zuletzt heftig bestreikten Kurzstrecken-Tochter CityLine überraschend und mit nur zwei Tagen Vorlauf eingestellt. Dadurch werde das konzernweite Angebot im Sommer um ein Prozent der angebotenen Sitzkilometer reduziert, teilte die Lufthansa nun mit.
Die Gewerkschaften UFO und VC hatten den Beschluss zur beschleunigten Abwicklung der Fluglinie mit zwei Dutzend Maschinen und rund 1.300 Beschäftigten scharf kritisiert. Ursprünglich war ein schrittweises Verkleinern der defizitären Airline bis zu einer Einstellung des Betriebs 2028 angepeilt. Cockpit- und Kabinenbeschäftigte von CityLine sollen jetzt nach dem Willen der Lufthansa möglichst Jobs bei anderen Fluggesellschaften im Konzern finden. Es wird jedoch auch ein betrieblicher Sozialplan von Personalvertretung und Arbeitgeber mit Konditionen wie Abfindungen zum Ausscheiden ausgehandelt, wie UFO und Lufthansa erklärten.
Mit Informationen von Reuters

