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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Wie bayerische Unternehmen vom Krieg profitieren
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Wie bayerische Unternehmen vom Krieg profitieren

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 2. März 2026 09:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Rüstungsfirmen: „Wir merken die Zeitenwende sehr intensiv“

Auch das Unternehmen Hensoldt mit Sitz in Taufkirchen im Landkreis München erlebte als einer der größten Rüstungskonzerne Deutschlands schon schlechtere Zeiten. „Wir merken die Zeitenwende sehr intensiv daran, dass wir stetig wachsen“, sagt Carina Engelhardt im BR24-Interview und nennt neben dem Sondervermögen einen anderen Grund. „Man muss sagen, dass Deutschland sehr lange eine historisch bedingte Anti-Haltung hatte, die jetzt einfach so nicht mehr existent ist. Es wird verstanden: Sicherheit und Verteidigung ist wichtig, auch für uns.“

Inhaltsübersicht
Rüstungsfirmen: „Wir merken die Zeitenwende sehr intensiv“Meindl: Wanderschuhe und SoldatenstiefelOutdoor-Firma Tatonka baut sich zweites Standbein aufMit „Schöffel“ an der Front? „Wir haben uns das sehr gut überlegt“

Von einer „rapide gestiegenen Nachfrage“ spricht man unterdessen bei Diehl Defence, das unter anderem einen Standort in Röthenbach an der Pegnitz bei Nürnberg hat. Das Unternehmen beliefert auch die Bundesrepublik Deutschland. Diese habe einen „erheblich gestiegenen Bedarf an wehrtechnischen Gütern signalisiert“, bestätigt David Voskuhl von Diehl Defence.

Meindl: Wanderschuhe und Soldatenstiefel

Doch nicht alle Profiteure von Aufrüstung haben auf den ersten Blick mit Munition und Waffen zu tun. So wie das Familienunternehmen Meindl aus dem oberbayerischen Kirchanschöring im Landkreis Traunstein. Die Firma für Outdoorschuhe stattet nicht nur Wanderer aus, sondern auch die Polizei, Sicherheitskräfte – und die Bundeswehr. „Wir machen Schuhe für das deutsche Militär. Wir haben die Ausschreibung der Kampfstiefel und produzieren in den entsprechenden Mengen“, sagt Geschäftsführer Lukas Meindl.

Seit Jahren habe das Unternehmen Aufträge der Bundeswehr. „Heute trägt fast jeder Soldat in Deutschland auch einen Meindlschuh“, erklärt Lukas Meindl. Genaue Zahlen will das Unternehmen nicht verraten. Nur so viel: Von den jährlich hergestellten Schuhen produziert Meindl rund zehn Prozent für den Bereich Militär oder Sicherheitsausrüstung.

Outdoor-Firma Tatonka baut sich zweites Standbein auf

Auch der Outdoor-Ausrüster Tatonka aus dem schwäbischen Dasing im Landkreis Aichach-Friedberg rüstet nicht nur Hobbysportler aus. Seit 1996 hat sich das Unternehmen ein zweites Standbein aufgebaut und stellt seitdem unter der Marke „Tasmanian Tiger“ Equipment für Polizei und Militär her. Die Kunden: sämtliche Nato-Partner und Spezialeinheiten der Bundeswehr.

Wie stark das Unternehmen durch den Rüstungsaufschwung konkret profitiert, will Andreas Schechinger im BR24-Interview nicht preisgeben: „Wir sind ein Familienunternehmen mit der Größenordnung von knapp 35 Millionen Jahresumsatz. Das haben wir vorher rein mit Outdoor-Artikeln gemacht. Da verschiebt sich das Ganze in Richtung Militär und Polizei im Moment.“

Mit „Schöffel“ an der Front? „Wir haben uns das sehr gut überlegt“

Das Unternehmen Schöffel aus Schwabmünchen bei Augsburg kleidet neben Wanderern auch Soldaten ein. Für sie müssen die Jacken nicht nur atmungsaktiv sein. „Die Bekleidung muss so gestaltet sein, dass Schutzausrüstungsgegenstände verstaut werden können und dass man sich trotzdem noch bewegen kann“, erklärt die Direktorin der Sparte Schöffel-Tec, Nicole Prell.

Das Unternehmen stieg erst im vergangenen Jahr in den Militärbereich ein. „Nach dem Sondervermögenentscheid haben wir gedacht: Wir haben so viel anzubieten, wie wir die Marineoffiziere und die Soldaten ausstatten können. Lass es uns mal probieren“, so Prell.

Kann sich ein Outdoor-Ausrüster damit identifizieren, dass Soldaten im Krieg mit dem Namen Schöffel umherlaufen? „Wir haben uns das sehr gut überlegt und ich glaube, wir sind eigentlich stolz zu sagen: Wir unterstützen die Leute, die für uns im Ernstfall geradestehen und möchten denen die beste Ausrüstung geben und unser Know-how einfließen lassen.“

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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