Wenn die KI „Tetris spielt“
Künstliche Intelligenz kommt im Siemens-Vorzeigewerk in Erlangen aber noch an anderen Stellen zum Einsatz. Etwa, um die Produktionsplanung zu optimieren und den „ständigen Balanceakt“ zwischen Materialverfügbarkeit, Lieferterminen und Auftragslage aufeinander abzustimmen. Und: Am Ende der Produktion hilft KI sogar dabei, den Verpackungsvorgang zu optimieren. So wählt KI etwa nicht nur anhand der Bestellliste nicht nur die passende Kartongröße aus, sondern platziert die Pakete möglichst platzsparend im Versandkarton.
Das sei ähnlich wie beim Spiel „Tetris“, erklärt der für Logistikautomatisierung zuständige Projektleiter Julian Bräu. Durch die KI-basierte Optimierung könne man eine Einsparung des Verpackungsvolumens von etwa 30 bis 40 Prozent erreichen, sagt er.
Erlanger Werk soll „Industrie-Geschichte“ schreiben
Nicht zuletzt durch die nun vertiefte Zusammenarbeit mit dem amerikanischen KI-Chiphersteller Nvidia will Siemens mit seinem KI-Vorreiter-Werk in Erlangen durch die konkreten Anwendungen „Industrie-Geschichte schreiben“, wie Vorstandsmitglied Cedrik Neike dem BR sagt. Durch KI-Einsatz seien Kostenreduzierungen von bis zu 20 Prozent möglich, erklärt er.
Mit Blick auf das Erlanger Gerätewerk sagt Neike: Siemens wolle zeigen, dass man „am Standort Deutschland wirklich die modernste Fabrik der Welt“ bauen könne. Bis zu 3.000 Kunden, etwa aus dem Mittelstand, kämen jährlich, um sich über konkrete KI-Anwendungen zu informieren. Der Chip-Gigant Nvidia ist nicht nur bei Siemens als Kooperationspartner gefragt. Auch die Bundesregierung vereinbarte am Montag mit dem US-Konzern eine Zusammenarbeit, um die KI-Entwicklung voranzutreiben.

