Früher war die Vielfalt an Gemüsesorten deutlich größer als heute. Viele Regionen hatten eigene Sorten und lokale Anbauformen. Heute findet sich im Supermarkt meist nur noch eine kleine, einheitliche Auswahl an Gemüsesorten, die auf hohe Erträge, gleichmäßiges Aussehen und lange Transportwege ausgelegt ist. Alte Sorten erfüllen diese Anforderungen oft nicht und sind nur selten zu finden – wie etwa Pastinake, Topinambur, Steckrübe oder Schwarzwurzel.
Alte Gemüsesorten wiederentdecken
Viele dieser sogenannten vergessenen Gemüsesorten waren früher fester Bestandteil der Ernährung und galten teilweise als einfache Alltagskost. In Hunger- und Notzeiten spielten sie eine wichtige Rolle. Mit der Zeit wurden sie durch ertragreichere Sorten verdrängt und verschwanden aus vielen Küchen. Heute rücken sie wieder stärker in den Fokus, weil sie aromatisch, nährstoffreich und oft robust im Anbau sind.
Steckrübe: Vom Notgemüse zum Comeback auf dem Teller
Die Steckrübe ist das wohl bekannteste Beispiel für ein Gemüse mit wechselhaftem Ruf. Früher war sie ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Während des Ersten Weltkriegs wurde sie in Deutschland in großen Mengen gegessen, als viele andere Lebensmittel knapp waren. Danach verschwand sie lange Zeit aus vielen Küchen, weil sie stark mit den Notzeiten assoziiert wurde. Heute wird sie wieder neu entdeckt – vor allem wegen ihres mild-süßlichen, leicht herben Geschmacks, der gut zu Suppen, Pürees oder Ofengerichten passt.

