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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Gamescom startet: Bayerische Bytes kommen gut an
Wissen

Gamescom startet: Bayerische Bytes kommen gut an

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 21. August 2024 06:37
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Das Tempo steigt. Fieberhaft flitzt die Figur über den Bildschirm, nimmt eine Treppenstufe nach der anderen. Sie überspringt eine Mauer, sammelt dabei eine goldene Münze ein. Doch auf einmal ist Schluss. Eine unüberwindbare Lücke tut sich auf. Ist der steckengebliebene Held im Computerspiel eine Parabel auf die Finanzierungshürden der Gaming-Branche?

Inhaltsübersicht
Münchner Softwarefirma Jumpy Bit feiert Spiel-PremiereGamescom startet – diese Pixel-Pioniere aus Bayern sind dabeiGaming: Innovationstreiber für andere BranchenFörderungen auf der Kippe: Warum die Games-Branche zittertBerlin in der Kritik: Bleiben Förderungen stecken?Gaming-Branche: 30 Prozent höhere Kosten in Deutschland

Münchner Softwarefirma Jumpy Bit feiert Spiel-Premiere

Nein. Das Spiel hat einen Bug, wie Fehler in Computerprogrammen bezeichnet werden. Doch dieser Bug ist kein Fehler im Programmcode, sondern Teil des Spiels „The Games You Make“ der Softwareentwicklungsfirma Jumpy Bit aus München.

Die Idee des Spiels: Selbst in die Rolle einer Spieleentwicklerin schlüpfen und Probleme lösen. Dafür muss man nicht programmieren können. Kleine Schaltflächen wie „Jetpack hinzufügen“ oder „Stufen einsetzen“ sind leicht zu verstehen. Es geht darum, ein eigenes Spiel weiterzuentwickeln, das die Community überzeugt.

Gamescom startet – diese Pixel-Pioniere aus Bayern sind dabei

Robin Kokaurec und Beck Niederländer blicken konzentriert auf den Bildschirm, korrigieren Codes und schreiben Befehle in die Eingabemasken. Nur noch wenige Stunden, dann muss das Spiel „The Games You Make“ reibungslos auf der Gamescom funktionieren.

Dort präsentieren sich verteilt auf dem Gamescom-Gelände die Spieleentwickler aus Bayern. Sowohl im Fachbesucherbereich als auch in den Publikumshallen sind neben Jumpy Bit noch gut ein weiteres Dutzend Games-Neuheiten made in Bavaria und ihre kreativen Macher zu besuchen. 350.000 Menschen und noch einmal mehrere Millionen werden digital erwartet.

Gaming: Innovationstreiber für andere Branchen

Die Games-Branche ist dabei noch viel mehr als Unterhaltung. Bei Jumpy Bit arbeitet das Softwareteam mit dem Programm Unreal Engine, das auch die Film- und Fernsehindustrie zur 3D-Modellierung nutzt. Spezialeffekte, die heute auf Kinoleinwänden zu sehen sind, wurden oft zuerst von Softwareentwicklern der Spieleindustrie erfunden. Diese Methoden nutzt auch das Industriedesign und der Automotive-Bereich. Die Gaming-Branche ist ein Treiber für Technologien, die rund um das Thema Grafik in vielen Branchen nützlich sind.

Förderungen auf der Kippe: Warum die Games-Branche zittert

Das Team von Jumpy Bit ist stolz und dankbar für das Büro in der „GAMEREI – The Bavarian Home of Game Changers“. Ein Projekt von Games/Bavaria, einer Initiative der Medien.Bayern GmbH. Gefördert wird das neue Zentrum für Bayerns Spieleentwickler vom Bayerischen Digitalministerium mit einer Summe in Höhe von 560.000 Euro. Doch die für 2024 eingeplanten Bundeshaushaltsmittel stecken derzeit fest und kommen nicht bei den Spieleentwicklern an – 33,3 Millionen Euro sind das insgesamt für die Branche.

Berlin in der Kritik: Bleiben Förderungen stecken?

Die Zuständigkeiten der Vergabe sind nicht final zwischen dem Bundesbildungs- und dem Bundeswirtschaftsministerium geklärt. Für die Folgejahre 2025 und 2026 sind ebenfalls Beträge in Höhe von etwa 33,3 Millionen Euro, insgesamt also ein Volumen von 100 Millionen Euro vorgesehen, das ohne eine klare Strategie nicht ausgegeben werden kann.

Wovor sich viele Spieleentwickler fürchten: Die Summe für 2024 könnte verfallen und gar nicht mehr ausgezahlt werden. Die Förderpolitik erstickt derzeit an ihrem Erfolg. Weil sich so viele Branchenteilnehmer gemeldet haben, kann beispielsweise das Bundeswirtschaftsministerium keine weiteren Anträge für die Bundes-Games-Förderung annehmen.

Gaming-Branche: 30 Prozent höhere Kosten in Deutschland

Aufgrund der hohen Lohn- und Energiekosten, Steuer- und Abgaberegelungen müssen Investoren in Deutschland im Durchschnitt dreißig Prozent höhere Kosten hinnehmen als in anderen europäischen Ländern, meint Felix Falk, Geschäftsführer des game, des Verbands der deutschen Games-Branche e.V., im Interview mit BR24. Das liege auch daran, dass in anderen Ländern schon viel früher und wesentlich verlässlicher mit höheren Beträgen gefördert werde.

Das Team von Jumpy Bit aus München hofft, dass ihr Spiel ankommt und die Menschen auf der Messe gerne in die Rolle einer Softwareentwicklerin schlüpfen. Vielleicht findet sich sogar ein Investor, der der Heldenfigur in „The Games You Make“ nach oben hilft und sie vor Finanzierungslücken bewahrt.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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