Welchen Einfluss hat der Klimawandel 2025 auf Extremwettererweignisse weltweit gehabt? Dieser Frage sind Wissenschaftler der Initiative World Weather Attribution in ihrem Jahresbericht nachgegangen. Jetzt haben sie ihn vorgelegt [Link zum Bericht]. „Die Antwort ist leider sehr eindeutig“, sagte Theodore Keeping, Klimawissenschaftler am teilnehmenden Imperial College London, bei der Vorstellung.
Immer höhere weltweite Durchschnittstemperaturen verursachten ständig neue Wetterextreme wie Wirbelstürme, Hitzewellen, Überschwemmungen, Dürren und Waldbrände, so Keeping. Das Jahr 2025 wird das zweit- oder drittheißeste seit Beginn der Aufzeichnungen werden. Die genauen Werte wird das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus im Januar vorstellen.
Fast alle untersuchten Ereignisse Folgen des Klimawandels
157 Extremereignisse führen die Wissenschaftler der Initiative World Weather Attribution in ihrem Jahresbericht auf – alle haben hohe Schäden verursacht und viele Menschen betroffen, sogar Menschenleben gefordert. 22 davon haben sie untersucht. Nur bei fünf davon konnten sie keinen direkten Einfluss des Klimawandels feststellen.
Beim Extremniederschlag in New South Wales in Australien ist beispielsweise recht sicher, dass der Klimawandel einen sehr geringen Einfluss darauf hatte, sagte Friederike Otto, Professorin für Klimawissenschaft am Imperial College in London und Mitgründerin der World Weather Attribution, im Gespräch mit BR24. Bei den anderen vier Fällen fehlen schlichtweg Daten. „Im Kongo zum Beispiel gibt es überhaupt keine Wetterstation in der Gegend, wo die Überschwemmungen stattfinden“, so Friederike Otto.
Hitzewellen sind die tödlichsten Extremereignisse
Am schwierigsten sind die Untersuchungen für extreme Hitze. „Das sind mit Abstand die tödlichsten Extremereignisse weltweit“, erklärte die Klimawissenschaftlerin. Allerdings gibt es nur für Europa belastbare Zahlen. Dort haben Hitzewellen im Jahr 2025 insgesamt 24.400 Menschenleben gefordert. „Zwei Drittel davon wären ohne den Klimawandel noch am Leben,“ so Otto.
Seit der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens vor zehn Jahren ist die weltweite Durchschnittstemperatur um 0,3 Grad angestiegen, warnte ihr Kollege Theodore Keeping: „Jeder Bruchteil eines Grades beeinflusst die Wahrscheinlichkeit dieser extremen Wetterereignisse.“ Im Durchschnitt sind seitdem jährlich elf zusätzliche heiße Tage hinzugekommen und Hitzewellen zehnmal wahrscheinlicher geworden.

