Der Check bei der Gynäkologin, die Darmkrebsvorsorge oder regelmäßige Kontrollen in der Zahnarztpraxis: Für viele sind es lästige Termine. Doch Angebote zur Vorsorge und Früherkennung können dabei helfen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und gut zu behandeln.
Anlässlich des heutigen Weltgesundheitstags drängt Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) darauf, Vorsorgeuntersuchungen auch wahrzunehmen. „Ein nachhaltiges Gesundheitssystem beginnt nicht erst bei der Behandlung von Krankheiten“, betont die Ministerin in einer Pressemitteilung. „Entscheidend ist vielmehr, Risiken frühzeitig zu erkennen.“
Nur rund jede zweite Frau geht zum Brustkrebs-Screening
Laut Gerlach nehmen noch nicht genug Erwachsene Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch. Als Beispiel nennt sie das Brustkrebs-Screening, das für Frauen im Alter von 50 bis 75 Jahren alle zwei Jahre empfohlen wird. „Dieses Angebot nahmen in Bayern 2023 nur rund 46 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen wahr.“
Für die Früherkennung von Brustkrebs stehen die Tastuntersuchung für Frauen ab 30 Jahren und das Mammografie-Screening für Frauen von 50 bis 75 Jahren zur Verfügung. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), das die Röntgen-Untersuchungen genehmigt, hat in einer Evaluation des Mammografie-Screenings über 13 Jahre hinweg herausgefunden, dass das Screening das Sterblichkeitsrisiko für die Frauen, die teilnehmen, um 20 bis 30 Prozent senkt.
Es gibt aber auch Gründe gegen ein Mammografie-Screening: Studien haben gezeigt, dass teilweise Erkrankungen festgestellt werden, die ohne Früherkennungsuntersuchung zu Lebzeiten gar nicht aufgefallen wären. Denn manche Veränderungen, die in der Mammografie bösartig aussehen, breiten sich nicht weiter aus und sind deshalb auch nicht gefährlich. In diesem Fall sprechen die Experten von Überdiagnosen.
Neu im Vorsorge-Programm: Lungenkrebs-Früherkennung
Ab dem 1. April ist es möglich, einmal jährlich zu einem Lungenkrebs-Screening [Link zu tagesschau.de] zu gehen. Das Angebot richtet sich an aktive und ehemalige starke Raucherinnen und Raucher im Alter zwischen 50 und 75 Jahren. Die Untersuchung ist kostenlos und erfolgt mittels Niedrigdosis-Computertomographie.
Weltgesundheitstag unter dem Motto „Together for Science“
Der Weltgesundheitstag wird jährlich am 7. April von der Weltgesundheitsorganisation ausgerufen. Das Motto dieses Jahr: „Together for Science“. Der Aktionstag will das Vertrauen in die Wissenschaft und öffentliche Gesundheit stärken.
Gesundheitssystem durch hohe Ausgaben belastet
Zum Weltgesundheitstag teilte das Statistische Bundesamt auch neue Zahlen zu den Gesundheitsausgaben in Deutschland mit [externer Link]. Diese beliefen sich im Jahr 2024 auf 538,2 Milliarden Euro. Das waren 6.444 Euro je Einwohnerin und Einwohner. Die Gesundheitsausgaben stiegen damit um mehr als 7 Prozent gegenüber 2023. Die Schätzung geht für 2025 von einem erneuten deutlichen Anstieg aus. Die Gesundheitsausgaben haben sich in den letzten 30 Jahren mehr als verdreifacht.
Wegen der Kosten und mitunter auch unklaren Evidenz fordern manche Experten, einige Vorsorgeuntersuchungen auf den Prüfstand zu stellen. Die von Bundesgesundheitsministerin Warken angestoßene Expertenkommission plädiert etwa dafür [externer Link], die Finanzierung für das anlasslose Hautkrebsscreening auszusetzen.

