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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Taylor Swift und ihre Easter eggs: Die Sängerin als Ophelia
Kultur

Taylor Swift und ihre Easter eggs: Die Sängerin als Ophelia

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 5. April 2026 09:47
Von Uta Schröder
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2 min. Lesezeit
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Eine prächtige Eingangshalle: hohe Säulen, breite Treppe, dicke Teppiche – ein Mann saugt gerade Staub. Dann schwenkt die Kamera zu einem großen Bild an der Wand. Es zeigt eine blonde Frau in weißem Kleid, die am Ufer eines Sees halb im Wasser liegt, den Blick starr nach oben gerichtet. Plötzlich richtet sie sich auf, steigt aus dem Bild und beginnt zu singen.

Die schöne Blonde ist die Sängerin Taylor Swift und die Szene der Beginn ihres Musikvideos „The Fate of Ophelia“. Taylor Swift kopiert hier ein über 100 Jahre altes Gemälde, das seit einigen Jahren in Wiesbaden hängt. Andreas Henning ist Direktor am Museum Wiesbaden. „Dieses Ophelia-Gemälde wurde von Friedrich Heyser gemalt. Das ist ein Dresdner Jugendstilkünstler, der um 1900 dieses Werk geschaffen hat und es ist richtig gute Malerei. Es ist ein sehr lockerer Pinselstrich, mit dem er diese Szene aus Shakespeares Hamlet darstellt.“

Das Nachstellen existierender Gemälde ist allerdings keine Erfindung von Taylor Swift, sondern eine einst sehr beliebte, heute aber etwas in Vergessenheit geratene Kunstform, die „Lebende Bilder“ oder auch „Tableaux vivants“ genannt wird, sagt die Kunsthistorikerin Birgit Jooss: „Lebende Bilder stehen zwischen bildender und darstellender Kunst. Es geht um Bilder, aber diese Bilder sind durch Personen stumm und starr gestellt.“

„Lebende Bilder“ als Zeitvertreib zur Goethezeit

Lebende Bilder entwickelten sich ab den 1760er Jahren in der Pariser Hof- und Salonkultur. Als Mischform zwischen Malerei und Theater wurden sie entweder in Theateraufführungen integriert oder autonom als Abfolge mehrerer Bilder nacheinander aufgeführt. Als in Folge der Französischen Revolution 1789 viele Adligen aus Frankreich flohen, verbreitete sich die Mode über ganz Europa.

Anfangs ging es um Wissensvermittlung und Geschmacksbildung, junge Menschen sollten an die Kunst herangeführt werden. Jooss: „Damals gab es ja keine Fotografie, keinen Film, nichts. Man konnte nur entweder nach Reproduktionen arbeiten oder man hatte das Original gesehen, aber man ist ja auch nicht so viel gereist. (…) Es war einfach auch ein Spiel, ob man erraten konnte, welches Bild das tatsächlich ist.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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