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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > ÖPNV: Warnstreikwoche in Bayern
Wirtschaft

ÖPNV: Warnstreikwoche in Bayern

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 7. April 2026 08:49
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Fahrgäste hatten gehofft – vergeblich. Auch beim vierten Treffen vor zwei Wochen trennten sich der Kommunale Arbeitgeberverband und die Gewerkschaft Verdi ohne Ergebnis. Beide hatten sich zwar bewegt – aber das reichte nicht.

Inhaltsübersicht
Aktionen laufen über die Woche verteiltFahrdienst in München ist ausgenommenBewegung zuletzt am Verhandlungstisch

Jetzt soll wieder Druck gemacht werden – aber erst einmal nicht der große Paukenschlag mit einem gemeinsamen Streiktag in allen Verkehrsbetrieben, für die verhandelt wird. Die Aktionen laufen über die Woche verteilt an unterschiedlichen Standorten – kündigt Verdi Bayern an.

Aktionen laufen über die Woche verteilt

In Augsburg müssen sich heute die, die den ÖPNV nutzen wollen, eine Alternative suchen. Aufgerufen ist der Fahrdienst – das trifft Busse und Straßenbahnen. Die Gewerkschaft rechnet damit, dass der Verkehr weitgehend zum Erliegen kommt. Davon ist auch auszugehen, wenn morgen dann in Nürnberg ganztägig der Fahrdienst bestreikt wird – in Bussen, U-Bahnen und Straßenbahnen.

Wer zum Volksfest will, muss sich wohl zu Fuß oder mit dem Rad dorthin aufmachen. Die S-Bahnen allerdings fahren, weil dort ein anderer Tarifvertrag gilt. Auch in Landshut werden die Aktionen morgen – so Verdi – Folgen für Fahrgäste haben. Auf der Streikliste stünden die Woche über Namen weiterer Kommunen. Die Gewerkschaft verspricht, rechtzeitig zu informieren.

Fahrdienst in München ist ausgenommen

Bayerns größten Ballungsraum verschont Verdi zumindest in dieser Woche – aber nur ein bisschen. Die Fahrerinnen und Fahrer von Bussen, Straßen- und U-Bahnen sollen die Arbeit in München nicht niederlegen. Als Grund nennt die Gewerkschaft die laufenden Arbeiten bei der S-Bahn und die Sperrung der Stammstrecke. Man wolle den Nahverkehr nicht völlig blockieren.

Für andere Bereiche jedoch gelte der Streikaufruf, wie in der Verwaltung oder den Werkstätten. Davon bekommen Fahrgäste meist wenig mit. Es gilt zudem eine Notdienstvereinbarung. Kein Fahrgast muss wegen eines defekten Fahrzeuges im Tunnel übernachten. Und dann gibt es ja auch noch den Prüfservice – also die Beschäftigten der Stadtwerke, die die Tickets kontrollieren. Ein Warnstreik dort dürfte manchen Fahrgästen nicht ganz so unangenehm sein. Den Verkehrsbetrieben schon.

Bewegung zuletzt am Verhandlungstisch

So gar kein Verständnis haben die Arbeitgeber für die Warnstreiks. Die seien völlig unangemessen. Im Tarifstreit würden die Bürgerinnen und Bürger erneut belasten – so die Kritik vom Kommunalen Arbeitgeberverband Bayern. Immerhin habe man der Gewerkschaft ein deutlich verbessertes Angebot präsentiert – in zwei Varianten mit unterschiedlichen Laufzeiten, einem Lohnplus von mehr als neun Prozent und einer kürzeren Arbeitszeit: 37,5 statt der gültigen 38,5 Stunden pro Woche ab Juli 2029. Das reicht nicht – kontert Verdi.

Auch die Gewerkschaft hat sich bewegt. Statt knapp 670 Euro für ein Jahr könnte sie sich 550 Euro für zwei Jahre vorstellen und längere Laufzeiten hin zu der geforderten 35-Stunden-Woche. Weiterverhandelt wird am 15. April in Nürnberg. Der eigenständige Tarifvertrag Nahverkehr gilt für rund 9.000 Beschäftigte in 20 Kommunen in Bayern. Zeitgleich verhandeln die Arbeitgeber auch mit der Nahverkehrsgewerkschaft im Beamtenbund – bisher auch ohne Ergebnis.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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