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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Schlaf-Apps und Co: Bringen uns Schlaftracker um die Nachtruhe?
Wissen

Schlaf-Apps und Co: Bringen uns Schlaftracker um die Nachtruhe?

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 7. April 2026 09:49
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Haben Sie gut geschlafen? Viele Menschen sind sich bei dieser Frage gar nicht so sicher. Genau hier setzen Schlaftracker an. Ob Smartwatch oder Smartring – sie erfassen nachts Herzfrequenz, Bewegungen und teilweise die Körpertemperatur. Manche Apps zeichnen sogar Schnarchgeräusche auf oder registrieren kurze Atemaussetzer. Ein Algorithmus wertet diese Daten aus und schätzt daraus, wie lange wir geschlafen haben und wie erholsam die Nacht war. Für viele ist das eine einfache Möglichkeit, den eigenen Schlaf besser zu verstehen.

Inhaltsübersicht
Schlaf ist vielen Menschen wichtiger als Ernährung oder SportSchlaftracker – Muster erkennen und Routinen prüfenWie Schlaftracking den Schlaf beeinflussen kannWenn der Wunsch nach perfektem Schlaf zum Problem wirdWas Schlaftracker nicht leisten können

Schlaf ist vielen Menschen wichtiger als Ernährung oder Sport

Eine erholsame Nachtruhe ist unglaublich wichtig. In der sechsten ResMed Global Sleep Survey (externer Link) sagten 59 Prozent der Befragten, dass guter Schlaf für sie wichtiger ist als Ernährung oder Bewegung. Gleichzeitig gibt mehr als die Hälfte an, sich nur an maximal vier Tagen pro Woche wirklich ausgeruht zu fühlen. Das wirkt sich im Alltag, bei der Arbeit oder in der Schule spürbar aus.

Schlaftracker – Muster erkennen und Routinen prüfen

Immer mehr Menschen greifen deshalb zu Schlaftrackern. Die Geräte machen Schlafmuster sichtbar, zeigen, wie sich der Schlaf über Wochen verändert, und helfen, Zusammenhänge mit Alltag, Bewegung oder Essgewohnheiten zu erkennen. Für manche ist das ein Anlass, die eigenen Routinen zu überdenken. Klar ist aber auch: Schlaftracker können keine verlässliche medizinische Diagnose liefern. Dafür braucht es Fachleute und Untersuchungen.

Wie Schlaftracking den Schlaf beeinflussen kann

Schlaftracker können aber nicht nur helfen, sondern auch belasten. Welche Folgen das ständige Tracking haben kann, zeigt eine norwegische Studie (externer Link). 1.002 Menschen wurden zu ihren Erfahrungen mit Schlaf-Apps und Wearables befragt. Fast die Hälfte gab an, diese Geräte aktuell oder früher genutzt zu haben.

Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede nach Alter. Jüngere reagieren stärker auf die Daten – sowohl positiv als auch negativ. Ältere gehen gelassener damit um und sehen Schwankungen im Schlaf eher als normalen Teil des Lebens, etwa in stressigen Phasen oder bei hormonellen Veränderungen.

Von den Nutzerinnen und Nutzern sagten 48 Prozent, dass sie etwas über ihren Schlaf gelernt hätten. 15 Prozent empfanden ihren Schlaf dadurch sogar als besser. Gleichzeitig machten sich 18 Prozent mehr Sorgen wegen der Daten; und 2,3 Prozent gaben an, dass sich ihr Schlaf dadurch verschlechtert habe. Negative Effekte treten seltener auf, können aber bestimmte Gruppen stärker betreffen.

Wenn der Wunsch nach perfektem Schlaf zum Problem wird

Für manche kippt das Tracking also ins Gegenteil. Wer jede Nacht genau wissen will, wie gut der Schlaf war, setzt sich schnell selbst unter Druck. In der Forschung spricht man von Orthosomnie – der Fixierung auf den perfekten Schlaf.

Das Problem: Schlaf lässt sich nicht erzwingen. Wer abends schon auf die Werte schaut und darauf hofft, am nächsten Tag „gut abzuschneiden“, wird oft unruhiger statt entspannter. Genau diese Anspannung blockiert den erholsamen Schlaf. So entsteht schnell ein Kreislauf: mehr Kontrolle, mehr Druck, schlechterer Schlaf – und am nächsten Tag noch mehr Sorgen um die Nacht.

Anders als beim Sport oder Lernen hilft es hier nicht, sich besonders anzustrengen. Schlaf braucht vor allem Ruhe. Orthosomnie gilt bisher nicht als eigenständige Erkrankung. Forschende arbeiten aber daran, das Phänomen besser zu verstehen und messbar zu machen.

Was Schlaftracker nicht leisten können

Schlaftracker können Hinweise liefern, dass etwas nicht stimmt – mehr aber nicht. Wer dauerhaft schlecht schläft, sollte das ärztlich abklären lassen. Die Hausärztin oder der Hausarzt ist meist die erste Anlaufstelle.

Oft folgen genauere Messungen, zunächst mit mobilen Geräten zu Hause, später auch im Schlaflabor. Dort wird der Schlaf über ein oder zwei Nächte hinweg detailliert aufgezeichnet. Elektroden messen die Hirnaktivität und zeigen zuverlässig, in welchen Schlafphasen sich jemand befindet. So lässt sich klären, ob eine Insomnie vorliegt, also Ein- oder Durchschlafstörungen. Schlaftracker können das nicht ersetzen.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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