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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > „Sie wissen es ja nicht“: Fototouristen ärgern Bayerns Landwirte
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„Sie wissen es ja nicht“: Fototouristen ärgern Bayerns Landwirte

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 11. Juni 2025 12:52
Von Michael Farber
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3 min. Lesezeit
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Diese Woche blüht er noch, der Mohn auf dem Feld der Hiermeiers in Wellheim bei Eichstätt. Die Blütezeit ist kurz. Nächste Woche schon ist es schon wieder vorbei mit dem schönen Fotomotiv. Und bald wird geerntet. Mit dem, was für Passanten zum neuen Profilbild auf Social Media wird, verdient Familie Hiermeier ihr Geld. Sie verarbeitet die geernteten Blaumohnsamen.

Inhaltsübersicht
Fürs Fotoshooting mitten ins FeldGanze Schneisen zertrampeltWarum Unwissenheit das Problem istGute Fotos: Das raten die Landwirte

Fürs Fotoshooting mitten ins Feld

Der Blaumohn ist sensibel. Landwirt Niklas Hiermeier trifft an seinem Feld regelmäßig Menschen, die die Kulisse nutzen: „Die sind da teilweise in Unterwäsche unterwegs und stehen mittendrin im Feld für ein Fotoshooting“. Im vergangenen Jahr wurden ihm laut eigenen Angaben zwischen fünf und zehn Prozent der Ernte zertrampelt.

Ähnliches berichtet Landwirt Max Ampferl aus Etting bei Ingolstadt. Bei ihm auf dem Acker wächst die Kartäusernelke. Er erlebt einen regelrechten Fototourismus zu seinem Feld: „Auf Social Media verbreitet sich das wie ein Lauffeuer.“ An einem sonnigen Wochenende drücken sich die Passanten quasi das Smartphone in die Hand.

Ganze Schneisen zertrampelt

Und für das perfekte Bild seien manche bereit, auch mal eine Grenze zu überschreiten, berichten die Landwirte. Häufig heißt es dann von den Selfie-Jägern, man gehe doch nur dorthin, wo schon vorher Pflanzen zertrampelt wurden. Laut den beiden Landwirten mache aber dann doch jeder einen Schritt mehr. „Am Ende hast du immer größere Schneisen im Feld, die kaputtgetreten worden ist“, sagt Hiermeier.

Warum Unwissenheit das Problem ist

Das Hauptproblem sei, dass die Leute häufig gar nicht wüssten, „dass das Feld nicht nur als schöne Blumenwiese dient, sondern, dass die Ernte als Backmohn oder Öl verkauft wird“, bemängelt Hiermeier. In fünf bis sechs Wochen will er den dann reifen Mohn ernten.

Hiermeier und Ampferl haben an ihren Feldern Schilder aufgestellt und versuchen, die Passanten aufzuklären, wenn sie vor Ort sind. „Die Leute können den Wert dessen, was sie kaputt machen, gar nicht einschätzen“, sagt Ampferl.

Gute Fotos: Das raten die Landwirte

Über Fotos freuen sich die Landwirte Hiermeier und Ampferl grundsätzlich schon. „Wir finden es ja selber wunderschön“, sagt der Blaumohnbauer. „Liebend gerne Fotos machen, aber bitte von draußen“. Nicht nur Teile der Ernte seien sonst in Gefahr, auch die Insekten würden gestört.

Erlaubt ist es ohnehin nicht. In Bayern gilt: Während der Nutzzeit – also zwischen Aussaat und Ernte – dürfen landwirtschaftlich genutzte Flächen nur auf vorhandenen Wegen betreten werden. Das Porträt mitten im Blaumohnfeld mag zwar ein wunderschönes neues Profilbild sein, das allerdings von Unwissen zeugt.

 

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Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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