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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Überall in Deutschland: Ist die Nosferatu-Spinne gefährlich?
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Überall in Deutschland: Ist die Nosferatu-Spinne gefährlich?

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 2. September 2024 08:54
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Die Nosferatu-Spinne versetzt nicht nur Spinnenphobiker in Angst und Schrecken. Denn die Spinne mit dem furchterregenden Namen kann kräftig zubeißen und ihr Biss wehtun. Anders als die meisten heimischen Spinnenarten kann sie mit ihrem Kiefer die menschliche Haut bei einem Biss durchdringen und ihr Gift injizieren.

Inhaltsübersicht
Biss der Nosferatu-Spinne: unangenehm, aber nicht gefährlichWie sieht die Nosferatu-Spinne aus und wo kommt sie her?Wo kommt die Nosferatu-Spinne in Deutschland vor?Woher stammt der Name der Nosferatu-Spinne?

Biss der Nosferatu-Spinne: unangenehm, aber nicht gefährlich

Für Menschen gilt die Spinne grundsätzlich als ungefährlich. Sie greift auch nur an, wenn sie sich in Bedrängnis fühlt. Das kann passieren, wenn man sie zum Beispiel mit der Hand aus dem Haus ins Freie bringen möchte. Deswegen der Rat, die Spinne nur mit Hilfsmitteln in die Natur zu befördern.

Der Schmerz beziehungsweise die Beschwerden durch den Biss der Nosferatu-Spinne sind vergleichbar mit einem Mückenstich bis hin zu einem Bienenstich – je nach allergischer Empfindlichkeit des Gebissenen, sagt der Naturschutzbund Deutschland (NABU) (externer Link). An der Bissstelle sind dann zwei Einstiche sichtbar und das betroffene Gliedmaß kann anschwellen und sich röten. Mögliche Beschwerden können einige Tage anhalten. Sollten diese nicht von allein vergehen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Eine allergische Reaktion oder eine Entzündung könnte die Ursache sein. In der Regel aber ist das nicht nötig.

Wie sieht die Nosferatu-Spinne aus und wo kommt sie her?

Die Nosferatu-Spinne ist recht groß, haarig und hat lange Beine. Ihre Beinspannweite ist etwa fünf Zentimeter und ihre Körperlänge ein bis zwei Zentimeter. Ihre Grundfarbe ist meist gelblich, manchmal geht sie auch ins Graue.

In ihrer eigentlichen Heimat, dem westlichen Mittelmeerraum, lebt die Nosferatu-Spinne bevorzugt in Kiefernwäldern in den Tieflagen und verkriecht sich tagsüber unter Steinen und Rinde. Vermutlich wurde sie durch Warentransport oder versteckt im Urlaubsgepäck nach Deutschland eingeschleppt. Klimawandel und damit einhergehende milde Winter begünstigen nun die Ausbreitung der Tiere.

Hierzulande scheint die Nosferatu-Spinne die Wärme und Trockenheit in Wohnungen und Häusern zu bevorzugen, denn sie kommt bei uns bevorzugt in Gebäuden vor. Sie ist aber auch an Hauswänden, in oder an Gartenhäusern, auf Balkonen und Terrassen zu finden. Inzwischen wird das Tier aber auch immer häufiger im Freien entdeckt – etwa in Parks oder Gärten, so der NABU.

Wo kommt die Nosferatu-Spinne in Deutschland vor?

2005 ist die Nosferatu-Spinne erstmals in Deutschland in Freiburg im Breisgau nachgewiesen worden und hat sich entlang des Rheins etabliert, sagt der NABU. In den vergangenen Jahren hat sie sich dann immer weiter verbreitet – bis in den hohen Norden. Sie findet sich inzwischen in allen Teilen Deutschlands – vor allem aber im Süden und Westen der Republik. In Baden-Württemberg ist die Spinne inzwischen keineswegs mehr selten. Grund für die Ausbreitung seien die höheren Temperaturen in den vergangenen Sommern, sagt Hubert Höfer vom Naturkundemuseum Karlsruhe.

Um ihre Verbreitung nachvollziehen zu können, hat der NABU im September 2022 eine Meldeaktion ins Leben gerufen, die innerhalb weniger Wochen 25.000 Sichtungen generiert hat. Auch jetzt kann man noch Sichtungen melden. Bis jetzt sind es laut NABU rund 35.000 Meldungen von mehr als 20.000 Menschen (Stand 2.9.2024).

Mithilfe dieses bundesweiten Meldeportals ist festgestellt worden, dass die Spinne schon 2022 in fast ganz Deutschland verbreitet war, schreibt der NABU. Nur in Mecklenburg-Vorpommern war sie demnach noch eher selten. Ihr Territorium sei mehr als 2,3 Mal so groß wie gedacht, berichten Alexander Wirth und Gaby Schulemann-Maier von NABU-naturgucker in der Fachzeitschrift „Frontiers in Arachnid Science“ im März 2024. „Inzwischen dürften sich diese Spinnen noch stärker weiterverbreitet haben“, wird Schulemann-Maier in einer NABU-Mitteilung zitiert. 

Woher stammt der Name der Nosferatu-Spinne?

Ihren Namen verdankt die Spinne der besonderen Zeichnung auf ihrem Rücken. Die soll an die Filmfigur Nosferatu in dem Stummfilmklassiker „Nosferatu – eine Symphonie des Grauens“ erinnern – einem der ersten ernsthaft gruseligen Horrorfilme.

Wenn man es weniger gruselig will, kann man die Zeichnung auch mit einem Schmetterling vergleichen.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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