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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Netzwelt > Google Maps fantasiert A9-Sperrung: Wie kann das passieren?
Netzwelt

Google Maps fantasiert A9-Sperrung: Wie kann das passieren?

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 19. Januar 2026 15:09
Von Benjamin Lehmann
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4 min. Lesezeit
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Blickte man in den vergangenen Tagen auf Google Maps konnte man bei Berg im Landkreis Hof Folgendes sehen: Eine weiß-rot-gestrichelte Linie Hof mit einem Sperrungssymbol in der Mitte zog sich über die A9 dort. Wer mit Maps navigierte, wurde aufgefordert, die Autobahn-Sperre zu umfahren.

Inhaltsübersicht
Wie Google Staus findetNutzer helfen mitGoogle schmallippig, Gemini nichtFehlermeldung (theoretisch) möglich

Bloß: Eine Sperre gab und gibt es dort nicht, nur eine Baustelle. Viele Autofahrer fuhren trotzdem ab. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie viel Einfluss digitale Assistenten wie Navigationssysteme auf unser Handeln haben – auch wenn sie falsch liegen. Doch wie kann sich ein Dienst wie Google Maps so folgenschwer irren?

Wie Google Staus findet

Dafür ist es wichtig zu verstehen, wie der Suchmaschinenriese zu den Echtzeitinformationen über den Verkehr kommt. Wer Google Maps nutzt, wird wissen, dass dort nicht nur Sperrungen, sondern auch Staus und zäher Verkehr angezeigt werden. Und das in aller Regel relativ zuverlässig.

Google nutzt dafür, wie Unternehmensblog-Einträge aber auch der hauseigene KI-Chatbot Gemini erklären, verschiedene Quellen: einerseits offizielle Stellen, andererseits die Nutzer. So stellen Behörden oder sonstige Verantwortliche Google schlicht Informationen über Sperrungen, Großveranstaltungen wie Marathons, Baustellen oder Ähnliches zur Verfügung.

Nutzer helfen mit

Die zweite Quelle sind Google-User. Diese können Google in Maps direkt auf Sperrungen, Baustellen und Co. hinweisen. Doch auch, wer nicht aktiv wird, trägt – wenn er Google Maps oder Waze auf seinem Handy installiert hat – mit seinen (anonymisierten) Standortdaten dazu bei, dass Google über den aktuellen Fluss oder Nicht-Fluss auf Straßen Bescheid weiß.

Bewegen sich die Smartphones in den Autos auf einem Streckenabschnitt langsamer vorwärts als sonst, leitet Google ab, dass dort wohl ein Problem vorliegt. Dann zeigt Maps die Straße in Orange oder Rot an, versucht den Grund zu eruieren, schätzt Zeitverluste ein. Dafür gilt es, mit vielen Variablen zu jonglieren. Etwa vergleicht das System, wie der über Handys gemessene Verkehrsfluss an dieser Stelle, zu diesem Zeitpunkt sonst ist oder wie die Autos sich verhalten, ob sie nur langsamer werden oder die Straße verlassen.

Google schmallippig, Gemini nicht

Und was war nun im Landkreis Hof los? Google gibt auf BR-Anfrage an, sich nicht zu Einzelfällen zu äußern. Nur so viel, will man bei dem Suchmaschinen-Riesen sagen: „Google hat den Fehler nach dem Hinweis behoben.“

Als auskunftsfreudiger erweist sich Googles KI-Assistent Gemini: Demnach könnte die für die Autobahn zuständige Behörde die Lage vor Ort falsch angeben haben, was Google dann wiederum falsch weitergegeben hätte.

Zugleich könnte laut Gemini aber auch Googles Algorithmus die Nutzungsdaten von vor Ort missinterpretiert und darum eine Sperrung angezeigt haben. Weil in der Folge Maps-User wegen dieser Meldung die Autobahn meiden würden, könnte sich diese Falschinterpretation zudem quasi selbst verstärken.

Möglich seien zudem auch Fehler in der Software von Google, etwa nach Updates, oder bewusste Manipulation. Letzteres wird allerdings als nur „theoretisch möglich“ bezeichnet. Man verweist auf folgenden Fall: „2020 zeigte ein Künstler in Berlin (‚Google Maps Hacks‘), wie er mit 99 Smartphones in einem Bollerwagen einen virtuellen Stau erzeugte.“ Das sei auf einer Autobahn jedoch „viel zu aufwendig“, so Gemini.

Fehlermeldung (theoretisch) möglich

Wer einen Fehler in einer Google-Maps-Navigation bemerkt, kann dies laut Googles Pressestelle übrigens direkt an das Unternehmen melden. Wie das geht, lest Ihr hier (externer Link). Besonders hilfreich dürfte das in vielen akuten Störfällen allerdings nicht sein, denn die Fehlermeldung funktioniert laut Google derzeit nur über Computer, nicht über Smartphones.

 

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Von Benjamin Lehmann
Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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