Nürnbergs Messechef Peter Ottmann blickt zuversichtlich ins neue Jahr: Er erwartet für 2026 einen Rekordumsatz von rund 390 Millionen Euro. Nürnberg sei einer der am besten gebuchten Messeplätze in ganz Europa. Auch sein Blick zurück auf das vergangene Jahr ist positiv: Rund 350 Millionen Euro Umsatz stehen in den Büchern – so viel wie noch nie in einem ungeraden Jahr, in denen in Nürnberg traditionsgemäß weniger Messen stattfinden als in geraden Jahren.
Ausrüstung für Polizei und Militär
Ein Grund für das Wachstum sei die angespannte geopolitische Lage. Die Nürnberg Messe hat Fachmessen im Programm, die sie zum „führenden Messestandort für innere und äußere Sicherheit in Europa“ gemacht hat, sagt Ottmann bei der Pressekonferenz zum Auftakt des Messejahrs.
Dazu gehört die „Enforce Tac“ für Sicherheit und Verteidigung. Hier werden Waffen, Raketen und alles andere gezeigt, „was Polizei und Sondereinsatzbehörden benötigen. Und wir sehen beim Thema Verteidigung all das, was die Bundeswehr und andere Nationen an Rüstung brauchen werden“, so der Messechef.
Bis zu 30 Prozent Wachstum
Außerdem finden in Nürnberg die Fachmesse „it-sa“ für Computersicherheit und die Messe „Perimeter Protection“ für Gebäudesicherheit statt. „Die wachsen zum Teil mit 30 Prozent“, so Ottmann. In vier Wochen startet die „Enforce Tac“. Er erwartet 1.200 Aussteller aus etwa 50 Ländern. „Wir sind damit die wichtigste Rüstungsmesse in Deutschland.“
Spielwarenmesse ist ein Leuchtturm-Event
Doch die Nürnberg Messe profitiert auch von Traditionsveranstaltungen wie der internationalen Spielwarenmesse. Diese findet heuer zum 75. Mal statt – vom 27. bis 31. Januar. Für Ottmann ein Leuchtturm-Event: „Das Logo mit dem runden Turm auf dem Schaukelpferd ist eine der bekanntesten Messemarken weltweit.“ Und: Ohne die Spielwarenmesse würde es die Nürnberg Messe gar nicht geben. „Nach dem Zweiten Weltkrieg kam sie zur großen Überraschung von Leipzig nach Nürnberg“, so Ottmann.
Messestandort Nürnberg stach Frankfurt aus
Die Spielwarenindustrie war in Nürnberg schon immer stark. Nach der Teilung des Landes haben sich zudem viele Spielwaren-Unternehmen in Oberfranken angesiedelt. Deshalb fiel zu dem Zeitpunkt, als ein westdeutscher Standort für die Spielwarenmesse gesucht wurde, die Entscheidung für Nürnberg – obwohl viele Experten auf Frankfurt gewettet hatten. Ende der 1960er-Jahre entschied der Nürnberger Stadtrat dann, ein neues Messezentrum im Stadtteil Langwasser zu bauen. Zu dessen Betrieb wurde die Messegesellschaft gegründet.
150 Veranstaltungen mit 1,4 Millionen Besuchern
Trotz einer schwächelnden Wirtschaft in Deutschland verzeichnet die Nürnberg Messe 2025 ein Umsatzwachstum auf rund 350 Millionen Euro. Im ungeraden Jahr 2023 waren es noch 265 Millionen Euro. Damit ist der Umsatz zuletzt um mehr als 30 Prozent gestiegen.
Zu den insgesamt 150 Veranstaltungen der Messegruppe weltweit sind 2025 mehr als 31.000 Aussteller und 1,4 Millionen Besucherinnen und Besucher gekommen – ein Zuwachs von jeweils mehr als zehn Prozent.
500 Millionen Euro fürs Messegelände
In den kommenden zehn Jahren will die Messe rund 500 Millionen Euro in ihr Gelände investieren. Geplant ist die Modernisierung der Frankenhalle, in der zum Beispiel die Sternstunden-Gala stattfindet. Außerdem soll die alte Messehalle 3 abgerissen und durch eine oder mehrere neue Hallen ersetzt werden. Auch die Photovoltaikanlage auf den Hallendächern und das modernisierte Mitarbeitercenter sollen in diesem Jahr fertiggestellt werden.
Insgesamt beschäftigt die Nürnberg Messe Group 1.250 Mitarbeitende.

