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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Augenscreening und Co. bei dm: Widerstand aus Ärzteschaft
Wirtschaft

Augenscreening und Co. bei dm: Widerstand aus Ärzteschaft

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 22. Januar 2026 11:47
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Ist ein dunkler Fleck auf der Haut unbedenklich? Ist mit den Augen oder den Blutwerten alles in Ordnung? Mit Künstlicher Intelligenz, aber auch mit telemedizinischer Expertise von Ärzten, könnten solche Fragen auch ohne Gang in eine Praxis beantwortet werden, wirbt die Drogeriemarktkette dm: Eine dm-Filiale tue es auch.

Inhaltsübersicht
Warnungen aus der ÄrzteschaftWettbewerbszentrale geht vor GerichtDrogeriemarkt dm als Versandapotheke

Warnungen aus der Ärzteschaft

Bislang gibt es die Angebote vor allem in Nordrhein-Westfalen und Berlin – in Bayern sind entsprechende Angebote noch nicht verfügbar. Aber dm will das Angebot ausweiten.

Die Bundesärztekammer (BÄK) sieht allerdings „erhebliche Risiken für Patientinnen und Patienten“ (externer Link). Messungen in Drogerien seien nur „isolierte Momentaufnahmen ohne medizinischen Kontext“, kritisiert der BÄK-Präsident Klaus Reinhardt: „Das kann Menschen unnötig verunsichern, oder sie im Gegenteil in falscher Sicherheit wiegen und notwendige Behandlungen gefährlich verzögern.“

Auch der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer, Gerald Quitterer, sieht „keine Verbesserung der Patientensicherheit – im Gegenteil“. Es sei auch ein Irrtum zu glauben, dass Arztpraxen durch die Testangebote in Drogeriemärkten entlastet würden, warnt Quitterer. Denn Patienten würden in vielen Fällen dann doch Kontakt mit einer traditionellen Praxis aufnehmen, weil sie Fragen zum dm-Test haben.

Wettbewerbszentrale geht vor Gericht

Nicht nur von Ärzteverbänden kommt Kritik. Die Wettbewerbszentrale hat im Dezember vor Gerichten in Karlsruhe und Düsseldorf Klagen eingereicht (externer Link). Die Organisation, in der rund 800 Wirtschaftsverbände und mehr als 1.100 Firmen zusammengeschlossen sind, sieht in den medizinischen Angeboten von dm Verstöße gegen fünf verschiedene Rechtsvorschriften.

So würden Tests von Personal durchgeführt, das keine entsprechende heilkundliche Ausbildung habe, argumentiert die Wettbewerbszentrale. Auch sei die Werbung von dm „irreführend“, kritisiert die Organisation, weil dm Formulierungen wie „Früherkennung“ oder „rechtzeitige Behandlung“ verwendet.

Drogeriemarkt dm als Versandapotheke

Neben Gesundheitstests will dm auch im Arzneiversand zusätzliche Marktanteile gewinnen. Vor kurzem hat die Drogeriemarktkette eine eigene Versandapotheke an den Start gebracht. Von Tschechien aus richtet sie sich vor allem an Kunden in Deutschland, die rezeptfreie Medikamente online und nicht in traditionellen Apotheken kaufen wollen. Damit hat dm heftige Kritik von Apothekerverbänden auf sich gezogen.

Der dm-Chef Christoph Werner sieht sein Unternehmen allerdings auf dem richtigen Weg. Die Pressestelle der Drogeriemarktkette verweist auf ein Interview, das Werner dem „Handelsblatt“ gegeben hat. Darin nennt er Kritik aus Ärzteverbänden „bizarr“ und erklärt, der Widerstand gegen die neuen Angebote seines Unternehmens seien Belege, „dass das Thema gesellschaftliche Relevanz hat und wir dranbleiben sollten“.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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