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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „Melania“-Doku: Absurder PR-Stunt geht nach hinten los
Kultur

„Melania“-Doku: Absurder PR-Stunt geht nach hinten los

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 31. Januar 2026 09:47
Von Uta Schröder
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4 min. Lesezeit
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In den USA brodelt es: Nach den tödlichen Schüssen von ICE-Agenten in Minnesota weiten sich die Proteste landesweit aus. Prominente wie Billie Eilish und Pedro Pascal prangern den „ICE-Terror“ an und rufen zum landesweiten Shutdown auf. Trump jedoch wirbt ungerührt für die Doku über seine Frau. Auf der Onlineplattform X schreibt er großspurig: „Get your tickets today — Selling out, FAST!“ Doch stattdessen gehen Bilder leerer Kinosäle durchs Netz.

Inhaltsübersicht
Ein Accessoire im eigenen FilmEin Film, der zum Scheitern verurteilt istEin bisschen Genugtuung in unklaren Zeiten

Ein Accessoire im eigenen Film

Eigentlich sollte diese Dokumentation Melania Trumps Moment werden. Ganz im Bond-Stil eröffnet der Trailer von „Melania“: mit MGM-Löwe und dramatischer Musik. Was dann folgt, ist eine Abfolge kontextloser, nichtssagender Sequenzen, in denen der First Lady kaum mehr als ein langgezogenes „beaaautiful“ entlockt wird. Ihr Mann bleibt unsichtbar, die von Starfotografin Ellen von Unwerth inszenierten Poster versuchen, sie zur unabhängigen Ikone zu stilisieren.

Ironischerweise trägt aber gerade diese substanzlose Oberflächlichkeit nur noch mehr zu dem Image einer „Trophy Wife“ bei, das Melanie Trump seit Jahren begleitet. Dabei hätte dieser PR-Stunt, klüger umgesetzt, vielleicht sogar funktionieren können.

Ein Film, der zum Scheitern verurteilt ist

Obwohl Melania Trump die erste Amtszeit ihres Gatten 2021 laut CNN (externer Link) als unbeliebteste First Lady überhaupt beendete, ist sie mittlerweile laut einer Daily Mail-Umfrage (externer Link), sogar eine der beliebtesten Figuren im Umfeld der US-Regierung. Dieses Potenzial ließe sich filmisch und auch strategisch nutzen. Schließlich sind Dokus nicht unüblich, die den Blick auf die Frauen hinter den mächtigsten Männern der Welt richten.

Stattdessen fällt der Film vielmehr durch das fragwürdige Drumherum auf. Horrende Summen in Höhe von 40 Millionen Dollar Produktionskosten, 35 Millionen für Werbung – Amazon erklärt das mit: „Weil das Publikum es lieben wird.“ Die Financial Times (externer Link) erinnert derweil an Jeff Bezos’ Interesse an einem guten Verhältnis zu Donald Trump, der zuvor bereits milliardenschwere Deals des Amazon-Chefs torpediert hatte, weil ihm dessen Zeitung, die „Washington Post“, zu kritisch war.

Brisant ist auch der Regisseur: Brett Ratner, seit #MeToo wegen Vorwürfen sexueller Übergriffe in Hollywood geächtet, meldet sich mit „Melania“ erstmals seit 2017 zurück. Dem Rolling Stone berichten mehrere Crew-Mitglieder (externer Link) die Arbeit mit dem „schmierigen“ Ratner sei das „Schlimmste“ an „Melania“ gewesen.

Ein bisschen Genugtuung in unklaren Zeiten

„Langweilig“, aber „total nett“ sei hingegen die First Lady während der Dreharbeiten gewesen, heißt es weiter. Dennoch vertraut ein Teammitglied dem Rolling Stone an: „Wenn es floppt, wäre ich ehrlich gesagt sehr froh.“

Genau das scheint nun einzutreten – sehr zur Belustigung einer breiten Öffentlichkeit. Das Netz füllt sich mit Bildern leerer Kinosäle. „Vielleicht schaue ich mir Melanias Dokumentarfilm im Kino an, damit ich etwas Zeit für mich habe“, witzelt ein X-User. Eine Craigslist-Anzeige – nicht gänzlich klar, ob ernst gemeint – bietet sogar 50 Dollar „Entschädigung“ für alle, die sich den Film in einem Kino in Boston komplett ansehen. Auch Late-Night-Hosts wie Stephen Colbert springen dankbar darauf an. Als er seine entsprechende Moderation mit Spott über „Melania“ beendet, jubelt sein Publikum – ein seltener Moment der Genugtuung für die amerikanische Opposition.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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