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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > BayWa-Aufsichtsrat: Hohlmeier geht, neue Regeln kommen
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BayWa-Aufsichtsrat: Hohlmeier geht, neue Regeln kommen

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 2. Februar 2026 14:49
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Die BayWa kommt nicht zur Ruhe. Anfang Januar trennte sich der kriselnde Agrarkonzern nach nicht einmal einem Dreivierteljahr an der Spitze von Frank Hiller. Jetzt sortiert sich auch der Aufsichtsrat neu. In einer Pressemitteilung informierte die BayWa darüber, dass die CSU-Europaabgeordnete Monika Hohlmeier und der österreichische Raiffeisen-Manager Michael Höllerer ihre Mandate zum 31. März 2026 abgeben.

Inhaltsübersicht
BayWa: Kompetenzprofil für neue AufsichtsräteAktionärsschützer kritisieren halben NeuanfangDie BayWa steckt tief in den roten Zahlen

Die Leiterin der deutschen Auslandshandelskammer in Neuseeland, Monique Surges, folgt Ende Mai; ihr Mandat endet nach Unternehmensangaben mit der Beendigung des Überseegeschäfts der BayWa. Zur Nachbesetzung der drei Aufsichtsräte erklärte die BayWa auf BR-Anfrage, man werde „sorgfältig auswählen und spätestens in der Hauptversammlung 2026 die Kandidaten vorstellen“.

BayWa: Kompetenzprofil für neue Aufsichtsräte

Für BayWa-Chefaufseher Gregor Scheller sind die Wechsel eine „strategische, kulturelle und personelle Erneuerung“, die über das Ausscheiden von Hohlmeier und Co. hinausgehe. Denn im Zuge der Rücktritte verordnet sich der Aufsichtsrat neue Regeln: Ein aktualisiertes Kompetenzprofil soll künftig die Auswahl neuer Aufsichtsräte steuern.

In das Gremium schafft es dann demnach nur noch, wer Fachkenntnisse in den Bereichen Landwirtschaft, Bauen und Wohnen, Handel, Marketing und Vertrieb sowie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz mitbringt. Um regelmäßige Veränderungen an der Zusammensetzung herbeizuführen, soll ab der kommenden Wahl im Jahr 2028 zudem ein rotierendes Wahlsystem greifen: Jährlich werden zwei Mitglieder neu gewählt, die Amtszeit wird von fünf auf vier Jahre verkürzt.

Aktionärsschützer kritisieren halben Neuanfang

Aktionärsschützer begrüßen die angekündigten Rücktritte grundsätzlich – verbinden das aber mit deutlicher Kritik. Daniela Bergdolt, Vizepräsidentin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), beklagte im BR24-Interview, dieser Neuanfang hätte früher passieren müssen.

Dass Joachim Rukwied im Aufsichtsrat bleibt, nennt sie „eine verpasste Chance auf einen echten Neuanfang“. Rukwied ist Präsident des Deutscher Bauernverbands und sitzt seit 2013 im BayWa-Aufsichtsrat; seine aktuelle Bestellung läuft bis 2028. Bergdolt argumentiert, ein echter Neustart müsse auch bei langjährigen Mandaten ansetzen. Eine BR-Anfrage zu seinen Beweggründen, im BayWa-Aufsichtsrat zu verbleiben, ließ der Bauernpräsident unbeantwortet. Dass es künftig ein neues Kompetenzprofil geben soll, werfe zudem die Frage auf, warum es solche Anforderungen nicht schon viel früher gegeben habe, erklärte Bergdolt. „Das ist ein klares Versäumnis des Vorsitzenden.“

Die BayWa steckt tief in den roten Zahlen

Der Druck auf Aufsichtsrat und Vorstand ist unverändert hoch. Die BayWa steckt tief in den Miesen: Im Jahr 2024 setzte der Konzern 21,2 Milliarden Euro um – verdiente aber kein Geld. Im Gegenteil: Unter dem Strich stand ein Verlust von mehr als 1,6 Milliarden Euro. Zudem belastet ein milliardenschwerer Schuldenberg den Konzern.

Anfang Januar dann die nächste Zäsur: Die BayWa trennte sich von Frank Hiller; als Grund wurden interne Differenzen über die langfristige Strategie genannt. Anlegerschützerin Bergdolt schüttelt angesichts dieser Vorgänge den Kopf: „Wenn der Grund wirklich das Fehlen einer Zukunftsvision war, dann frage ich mich, warum danach nicht bereits vor Vertragsschluss gefragt wurde. Auch hier ist viel Zeit verloren gegangen.“

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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