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Netzwelt

Warum sind unsere Smart Homes so dumm?

Benjamin Lehmann
Zuletzt aktualisert 26. Februar 2026 17:48
Von Benjamin Lehmann
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4 min. Lesezeit
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Hinzu kommt: Systeme wie Alexa stammen aus einer Zeit vor den heutigen großen Sprachmodellen. Viele Funktionen wurden mit anderen Algorithmen programmiert. Entwicklerinnen und Entwickler hinterlegten für konkrete Befehle und Stichwörter fest definierte Reaktionen. Das System zerlegt eine Anfrage, erkennt eine Intention und leitet sie an das passende Modul weiter – etwa an die Smarthome-Steuerung oder an eine Witz-Datenbank. Wobei die Witze hier nicht wie bei Grok und Co. selbst erfunden werden, sondern von Menschen vorformuliert worden sind.

Inhaltsübersicht
Angst vor der Maschine im WohnzimmerSmart-Home self-made – was theoretisch gehtGab es da nicht den Matter-Standard?Was beschert uns die Zukunft bei Smart Homes?Ein Kompromiss als Lösung?

Angst vor der Maschine im Wohnzimmer

Große Konzerne zögern zudem, generative KI ungefiltert ins Wohnzimmer zu lassen. Sprachmodelle können Fehler machen oder Unpassendes sagen. Für Unternehmen, die Millionen Haushalte bedienen, ist das ein enormes Risiko. Ein PR-Fehler im eigenen Zuhause wiegt schwerer als eine schiefe Chatbot-Antwort im Browser.

Smart-Home self-made – was theoretisch geht

Während also große Firmen Konzerne wie Amazon oder Google vorsichtig agieren, basteln Freaks längst selbst. Mit einer Open-Source-Software wie „Home Assistant“ (externer Link) lassen sich Geräte verschiedener Hersteller verbinden – ein gewisses technisches Know-how vorausgesetzt. Oft läuft das Ganze auf einem kleinen Heimserver, etwa einem Raspberry Pi.

Licht, Wecker, Lautsprecher, eine vibrierende Bettauflage – sie alle werden miteinander verschaltet. Wer will, kann das Schlafzimmerlicht langsam hochdimmen lassen, während gleichzeitig ein Podcast startet und das Bett sanft vibriert. Theoretisch alles schon denkbar, aber eben nur im Eigenbau und vorausgesetzt, die Geräte verstehen sich.

Gab es da nicht den Matter-Standard?

Ein Kernproblem bleibt die fehlende Interoperabilität. Abhilfe schaffen sollte eigentlich schon längst der Branchenstandard Matter (externer Link), dem sich auch die ganz Großen wie Amazon, Apple und Google angeschlossen haben. Ziel ist es, Geräte verschiedener Hersteller kompatibel zu machen.

Doch der Umstieg dauert. Matter gibt es seit 2022. Hersteller sind aber noch immer dabei, ihre Produkte anzupassen. Und solange sich die Geräte nicht zu 100 Prozent verstehen, bleibt das vernetzte Zuhause ein Flickenteppich.

Was beschert uns die Zukunft bei Smart Homes?

Bewegung kommt dennoch in den Markt. Apple arbeitet enger mit Google zusammen, Amazon bringt mit „Alexa+“ eine neue Generation seines Sprachassistenten an den Start. Die Idee: Ein Sprachmodell interpretiert freier formulierte Befehle. Damit sollten bald auch ausgefallene Sprachbefehle funktionieren, etwa „Schalte das Licht in Werder-Bremen-Farben an“.

Erste Tests zeigen: Die Systeme werden tatsächlich flexibler. Doch manche Nutzer berichten auch von neuen Problemen. Alte, bewährte Dinge funktionieren plötzlich nicht mehr wie gewohnt. Grund: das Kommunikationssystem für Smart Homes wird grundlegend neu strukturiert – und das geht eben nicht ohne Reibungsverluste.

Ein Kompromiss als Lösung?

Vielleicht liegt die Zukunft deshalb in unterschiedlichen Modi: einer stabilen Variante für alle, die Sicherheit wollen, auf der einen Seite; und einem experimentellen Abenteuermodus für Technikfans, bei dem auch mal was schiefgehen darf, auf der anderen Seite. Klar ist: Die Technik wird leistungsfähiger. Doch ob Smart Homes wirklich bald so schlau daherkommen wie Sprach-KIs – fraglich.

 

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Von Benjamin Lehmann
Benjamin Lehmann schreibt für das Ressort Netzwelt der WirtschaftsRundschau. Mit seinem Fachwissen in digitalen Technologien und Internetkultur informiert er über aktuelle Trends und Innovationen und bietet den Lesern wertvolle Einblicke in die digitale Welt.
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