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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Adaptive Neurostimulation: Parkinson individuell behandeln
Wissen

Adaptive Neurostimulation: Parkinson individuell behandeln

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 3. März 2026 08:47
Von Michael Farber
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3 min. Lesezeit
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Elektroden senden Impulse in Hirnregionen

Die „adaptive tiefe Hirnstimulation“ ist eine Weiterentwicklung der „tiefen Hirnstimulationstherapie“. Die neue Therapie ist seit 2025 in Europa zugelassen und kann bei Parkinson-Fällen eingesetzt werden, bei denen die medikamentöse Behandlung allein nicht mehr ausreicht. Kleine, dünne Elektroden werden tief im Gehirn implantiert und über ein Kabel unter der Haut an einen Schrittmacher in der Brust der Patientin oder des Patienten angeschlossen. Die Elektroden senden elektrische Impulse in die betroffenen Hirnregionen, um dort krankhafte Hirnaktivitäten zu regulieren. Bei Parkinson ist diese Region im Gehirn oft der sogenannte Nucleus Subthalamicus im Zwischenhirn.

Inhaltsübersicht
Elektroden senden Impulse in HirnregionenDas ist bei der adaptiven Hirnstimulation andersTherapie, angepasst an individuelle Parkinson-SymptomeErste gute Ergebnisse mit einigen Parkinson-Patienten„Wearables“ als Add-On der adaptiven Therapie

Das ist bei der adaptiven Hirnstimulation anders

Bei der bisherigen Therapie-Methode – der tiefen Hirnstimulation – geben die Elektroden durchgehend elektrische Impulse ab, unabhängig davon, ob der Patient gerade motorische Beschwerden hat oder ein Schmerzgefühl verspürt. Dabei steigt jedoch das Risiko für Nebenwirkungen. Das können unter anderem Sprach- oder Gleichgewichtsstörungen sein, depressive Verstimmungen oder impulsives Verhalten. Wenn das Gerät abgeschaltet wird, können die Nebenwirkungen zwar wieder verschwinden, die Linderung der Beschwerden ist aber ebenfalls dahin.

Therapie, angepasst an individuelle Parkinson-Symptome

Die adaptive Neurostimulation – auch aDBS, adaptive deep brain stimulation genannt – steuert diesen Nebenwirkungen effektiv entgegen Der grundlegende Mechanismus ist derselbe wie bei der herkömmlichen tiefen Hirnstimulation. Aber statt konstant elektrische Impulse abzugeben, reagiert die adaptive Neurostimulation in Echtzeit auf die Hirnaktivität und stimuliert die jeweiligen Hirnbereiche in Frequenz und Intensität nur nach Bedarf.

Patientinnen wie Christine B. müssen also nicht zu mehreren Folgebesuchen zum Arzt, um Schritt für Schritt die besten Einstellungen für ihre Symptome zu finden, sondern können sich mehr auf den eingebauten Algorithmus verlassen. „Ich würde es wieder machen – es ist ein voller Unterschied zu früher“, sagt Christine B.

Erste gute Ergebnisse mit einigen Parkinson-Patienten

Andrea Kühn, Professorin für Neurologie an der Charité-Universitätsmedizin-Berlin, hat in ihrer Studie acht Parkinson-Patienten über einen Zeitraum von zwei Wochen mit der neuen adaptiven Therapie beobachtet. Das Ergebnis: Das allgemeine Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten hat sich mit der neuen Therapie signifikant verbessert, so Kühn. Sechs der acht Patienten an der Charité sind danach langfristig auf die neue adaptive Neurostimulation umgestiegen.

„Wearables“ als Add-On der adaptiven Therapie

Damit die Therapie weiter angepasst werden kann, braucht es aber noch mehr Studien und weitere Daten. Diese ließen sich mit sogenannten „Wearables“ erheben, etwa mit Smartwatches. Sie könnten motorische Symptome bei Parkinson-Patienten wie zum Beispiel Zittern messen und so eine noch genauere Hirnstimulation ermöglichen.

Noch ist die adaptive tiefe Hirnstimulation kein Standardverfahren. Doch sie markiert einen wichtigen Schritt hin zu personalisierten, lernfähigen Therapien in der Neurologie. Ob sie tatsächlich einen deutlichen Fortschritt in der Parkinson-Behandlung darstellt, werden größere Langzeitstudien zeigen.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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