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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Eintritt für Kölner Dom: Droht das bald auch in Bayerns Kirchen?
Kultur

Eintritt für Kölner Dom: Droht das bald auch in Bayerns Kirchen?

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 13. März 2026 14:47
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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Der Kölner Dom kassiert ab Juli Eintrittsgelder von Touristen. Im Gespräch sind Ticketpreise von zwölf bis 15 Euro. In Bayern ist das bislang die Ausnahme: In die allermeisten Kirchen im Freistaat kommt man kostenlos.

Inhaltsübersicht
München und Würzburg: Kirchen bleiben offen und kostenlosNürnberger Lorenzkirche: Millionen-Sanierung setzt Gemeinde unter DruckEintrittsgeld als Option: Spenden reichen laut Gemeinde nicht„Wir zahlen Kirchensteuern. Wieso sollen wir noch Eintritt bezahlen?“In Bayern gibt es Eintrittsgelder für Kirchen bereits vereinzelt

München und Würzburg: Kirchen bleiben offen und kostenlos

Gratis ist der Besuch sogar dort, wo das Drumherum eigentlich Eintritt kostet, etwa in der Würzburger Residenz mit ihrer barocken Hofkirche. Auch die Frauenkirche in München, der Dom, kann ohne Ticket besucht werden.

Domkapitular Klaus Peter Franzl sieht hier derzeit keinen Anlass für eine Debatte: „Das haben wir in der Tat noch nicht diskutiert, ob wir dafür Eintritt verlangen, und ich sehe diese Diskussion auch nicht. Wenn wir Eintritt verlangen, machen wir die Kirche zu einem Museum, mehr oder weniger, und das möchte ich nicht.“ Aber im Erzbistum München und Freising kann man sich das auch leisten. „Momentan ist die Finanzierung des Doms so weit gesichert“, sagt Franzl.

Nürnberger Lorenzkirche: Millionen-Sanierung setzt Gemeinde unter Druck

Anders ist die Situation in Nürnberg. An der Lorenzkirche steht nach Angaben der Gemeinde eine Sanierung der Westfassade und der Türme an, ein Projekt von rund 15 Millionen Euro. Zuschüsse sind eingeplant, doch einen Eigenanteil muss die Gemeinde voraussichtlich selbst stemmen. Pfarrerin Claudia Voigt-Grabenstein beschreibt das als kaum möglich: „Wir sind eine Kirchengemeinde mit 1.500 Gemeindegliedern und sind Eigentümerin dieser Kirche. Das ist nicht machbar.“

Als Nürnberg noch Reichsstadt war, stellte die Bürgerschaft in der hoch aufragenden Lorenzkirche mit dem Blick auf die Kaiserburg ihren Reichtum zur Schau. Begüterte Familien ließen hier für ihre Verstorbenen Totenschilde anbringen. Die mussten erst kürzlich gereinigt und restauriert werden. Das hat, so Pfarrerin Voigt-Grabenstein, Hunderttausende Euro gekostet – nicht die Familien, sondern die klein gewordene Kirchengemeinde.

Hinzu kommen laufende Kosten, die aus Sicht der Gemeinde auch durch den starken Besucherverkehr steigen. Voigt-Grabenstein verweist auf Schmutz und Staub, welche die Kunstwerke belasten. Ein Beispiel sind jahrhundertealte Holzskulpturen der Heiligen Drei Könige in der Kirche, die erst kürzlich gereinigt werden mussten: „Die haben plötzlich jetzt wieder blonde Haare, die hatten davor schwarze Haare.“

Eintrittsgeld als Option: Spenden reichen laut Gemeinde nicht

Geld kommt in St. Lorenz bislang über Spenden, einen kleinen Laden im Kirchenschiff, eine – zeitlich begrenzte – Licht-und-Ton-Schau sowie Fundraising. Trotzdem reiche es nicht, sagt die Pfarrerin.

„Es muss eine Option sein, angesichts der zurückgehenden Kirchensteuergelder, angesichts der zurückgehenden Kirchenmitglieder. Ich würde mal sagen, mindestens drei Viertel der Menschen, die hier reinkommen, gehören auch keiner Kirche an, und ich finde es nur fair, zu sagen: ‚Hey, das ist so ein tolles Gebäude, lasst es uns gemeinsam erhalten.'“

„Wir zahlen Kirchensteuern. Wieso sollen wir noch Eintritt bezahlen?“

Eine BR-Umfrage unter Besuchern der Lorenzkirche zeigt unterschiedliche Meinungen dazu. Eine Frau sagt: „Wir zahlen Kirchensteuern. Wieso sollen wir noch Eintritt bezahlen?“ Ein junger Mann: „So 3,50 Euro, dass man reinkommt. Also, wenn sich dann auch um die Kirche gekümmert wird.“

Eine andere Frau hält einen etwas höheren Betrag für vertretbar: „Für mich wären 5 Euro die Grenze.“ Und ein weiterer Besucher verweist auf Erfahrungen aus dem Ausland: „In Italien sind wir es gewohnt, für den Besuch von Burgen und Kirchen zu zahlen. Für uns ist das in Ordnung.“

In Bayern gibt es Eintrittsgelder für Kirchen bereits vereinzelt

Voigt-Grabenstein findet, dass sich die Erwartungshaltung ändern muss. „Ja, ich denke, da muss sich ein bisschen was verändern. Also ich zahle auf einer öffentlichen Toilette selbstverständlich ein bis zwei Euro. Oder wenn ich eine Kugel Eis esse, sind das zwei Euro.“

In Bayern gibt es Eintrittsgeld in einzelnen Fällen bereits, etwa in der Stadtkirche Sankt Jakob in Rothenburg ob der Tauber: Dort kostet der Besuch 3,50 Euro.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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