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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > 100.000 Euro im Jahr als Auditor – Lohnt sich das?
Wirtschaft

100.000 Euro im Jahr als Auditor – Lohnt sich das?

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 30. März 2026 09:49
Von Christin Freitag
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3 min. Lesezeit
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Jiri (33) ist Lead Auditor der Robert Bosch GmbH. Mehrmals im Jahr überprüft er, meist über mehrere Tage hinweg, die Lieferanten des Unternehmens. Er soll detailliert begutachten, ob sich der Produzent der Automobilteile an die Arbeitsanweisungen hält. Dabei ist nicht nur unversehrte Ware wichtig, sondern auch allgemeine Sicherheitsvorkehrungen für Mitarbeitende und saubere Protokollierung. „Jede Firma, die ich auditiere, versucht sich im besten Licht darzustellen“, meint Jiri. Die Herausforderung eines Auditors liegt in der Ausdifferenzierung zwischen Schein und Sein.

Inhaltsübersicht
Die Notenvergabe des AuditorsAus dem Nachwuchsprogramm zum LeadWas verdient ein Auditor?

Die Notenvergabe des Auditors

Am Ende seines Besuchs vergibt Jiri eine finale Bewertung in Form von Noten. Bosch arbeitet dabei mit drei Bewertungsstufen. Bei Erfüllung von mindestens 90 Prozent der Anforderungen gibt es die Note A. Zwischen 90 und 80 Prozent liegt die Note B, diese kann beispielsweise bei unbehobenen Messungsfehlern in der Produktion oder bei undurchsichtiger Lagerplanung vergeben werden. Werden weniger als 80 Prozent der Anforderungen der Firma erfüllt, vergibt Jiri die Note C. Eine niedrige Bewertung bedeutet die Sperrung des Produzenten als Lieferant an die Firma Bosch. Bei einer schlechten Benotung ist der Produzent oft gezwungen, aufgrund des Verlustes, Mitarbeiter zu entlassen.

Aus dem Nachwuchsprogramm zum Lead

Geboren in Tschechien, kam Jiri mit zehn Jahren mit seiner Familie nach Deutschland. Nach seinem Abitur machte er einen Luft- und Raumfahrttechnik-Bachelor. Bevor er seinen anschließenden Master absolvieren konnte, bekam er durch ein Nachwuchsprogramm der Robert Bosch GmbH eine Festanstellung. Beim Automobilzulieferer fing Jiri als Projekteinkäufer an. Für den Beruf als Auditor selbst gibt es keinen eigenen Ausbildungsweg. Durch Schulungen und seine Berufserfahrung im Automobil-Qualitätswesen begann Jiri 2023 seine Beschäftigung als Lead Auditor.

Was verdient ein Auditor?

Da Bosch seinen Hauptsitz in Gerlingen hat, wird Jiri nach dem ERA-Tarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg in der Entgeltgruppe 16 bezahlt. Er bekommt jeden Monat ein Grundgehalt von 6.340 Euro. Hinzu kommt ein Leistungsentgelt für gute Arbeit und Berufserfahrung. Das liegt seit Januar 2026 bei 875 Euro. Insgesamt verdient Jiri 7.215 Euro brutto. Davon gehen Steuern, die gesetzliche Krankenversicherung, Sozialbeiträge und eine steuerfreie betriebliche Altersvorsorge in Höhe von 338 Euro weg. Sein Netto beträgt somit 4.504 Euro. 

2025 lag sein Jahresgehalt über 100.000 Euro. Deutlich mehr, als er mit seinem reinen Tarifgehalt monatlich bekommen würde. Der Grund waren Prämien von über 18.000 Euro und ein hohes Weihnachtsgeld von über 3.000 Euro. „Der Job als Auditor lohnt sich für mich“, erzählt Jiri, über sein Gehalt ist er klaglos.

Trotz Jiris positiver Erfahrung, steht die Automobilbranche unter hohem Druck. 2025 blieb der Umsatz seines Arbeitgebers Bosch hinter den Konzernerwartungen zurück. Im vergangenen Jahr halbierte sich der operative Gewinn des Unternehmens. Grund dafür war laut Bosch der immense Stellenabbau. Auch Standorte in Bayern sind von den Entlassungen betroffen.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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