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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > Auto privat verkaufen: So vermeiden Sie teure Fehler
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Auto privat verkaufen: So vermeiden Sie teure Fehler

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 27. April 2026 08:49
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Aktuell dürften die hohen Preise an den Zapfsäulen bei vielen den Gedanken hervorrufen, dass es nun endgültig Zeit ist, sich vom eigenen Verbrenner zu verabschieden. Und damit steht ein „Verkauf von privat“ an. BR24 hat die wichtigsten Punkte zusammengestellt, damit der Gebrauchtwagen-Verkauf möglichst sicher und stressarm abläuft.

Inhaltsübersicht
1. Das Inserat: Ehrlich und im Zweifel unvollständig2. Der Vertrag: Nur mit Besichtigung, nicht fernmündlich3. Die Besichtigung: Zu zweit und immer dabei bleiben5. Bezahlung und Vertrag: So wird es sauber

1. Das Inserat: Ehrlich und im Zweifel unvollständig

Verkaufsplattformen machen es heutzutage sehr leicht, per App das Auto online zu stellen. Ein paar Fotos mit nettem Filter und dazu ein schöner Text – so leicht ist es leider nicht. Schon im Inserat sollten neben den Ausstattungsmerkmalen auch sämtliche Kratzer, Dellen, Flecken und Lücken im Scheckheft transparent gemacht werden. Sonst führt das zu unangenehmen Nachverhandlungen.

Unseriöse Händler können das sogar ausnutzen. Denn anders als sonst im Leben sind Privatpersonen in dieser Situation Verkäufer und nicht Käufer. Sie haben also kein Widerrufsrecht und können nicht ohne weiteres vom Vertrag zurücktreten.

Und als Verkäufer ist man verpflichtet, das Auto so zur Verfügung zu stellen, wie es im Angebot beschrieben ist, inklusive der angegebenen Ausstattungsmerkmale. Deshalb ist das Inserat auch eine gute Gelegenheit, um alle Unterlagen zu sammeln: Fahrzeugschein, Fahrzeugbrief, TÜV-Berichte, Service- und Scheckheft sowie Werkstattrechnungen.

2. Der Vertrag: Nur mit Besichtigung, nicht fernmündlich

Ob jemand seriös ist oder nicht, lässt sich oft schon beim ersten Kontakt erkennen. Übt die Person Druck aus, indem sie schnell eine Bestätigung möchte oder fordert, dass das Inserat gelöscht wird, sollte man einfach auflegen. Es gibt kriminelle Netzwerke, in denen so vorgegangen wird, um den Preis zu drücken.

Was viele nicht wissen: Um gültig zu sein, muss ein Autokaufvertrag nicht unbedingt schriftlich unterschrieben werden. Schon eine Mail oder ein Satz am Telefon kann reichen. Simone Bueb von der Verbraucherzentrale Bayern erklärt: „Für einen Kaufvertrag, egal welchen Wert, gibt es keine Schriftformerfordernis. Es kann also auch passieren, dass der Vertrag gültig ist, obwohl Sie den gar nicht beide gleichzeitig vor Ort unterschrieben haben.“

Wer also auf eine Mail mit einem Vertragsentwurf antwortet „Bestätige den Verkauf“ oder am Telefon sagt „Ja, so machen wir das“, kann damit bereits einen wirksamen Vertrag schließen – auch, wenn das Auto noch gar nicht besichtigt wurde. Da wieder rauszukommen, ist sehr schwer und unerfreulich.

3. Die Besichtigung: Zu zweit und immer dabei bleiben

Simone Bueb rät dazu, bei der Besichtigung zu zweit zu sein, bestenfalls an einem belebten Ort. Und idealerweise mit jemandem, der oder die sich zumindest ein wenig mit Autos auskennt. „Und selbst wenn der sich nicht auskennt“, ergänzt Bueb, „dann ist das auf jeden Fall mal ein Zeuge auf Ihrer Seite.“

Vor der Probefahrt sollten Sie sich den Führerschein des Kaufinteressenten zeigen lassen, immer selbst mitfahren und Zeitpunkt und den Namen des Fahrers notieren. Wird der Ton aggressiv oder sollen Sie schnell irgendetwas unterschreiben, ist ein Abbruch des Termins oft die sicherste Variante.

5. Bezahlung und Vertrag: So wird es sauber

Eine Bargeldzahlung sollten Verkäufer nur akzeptieren, wenn sie nicht alleine sind. Außerdem: Geld vor Ort zählen, eine Quittung ausstellen und den Vorgang fotografisch dokumentieren. Um wirklich auf der sicheren Seite zu sein, ist ein vor Ort ausgefüllter und doppelt ausgeführter Kaufvertrag mit Übergabeprotokoll (externer Link) unabdingbar.

Simone Bueb rät zudem zur Selbstprüfung: „Man sollte das immer so ein bisschen abwägen: Wie gut kenne ich mich aus, wie gut sind meine Nerven, wenn da irgendwelche Betrüger dann zu viert kommen und mir alle möglichen Geschichten erzählen?“

Wer das nicht aushält, dem rät sie eher dazu, ein professionelles Autohaus aufzusuchen und dafür im Zweifel den Stress gegen einen geringeren Verkaufspreis einzutauschen. „Natürlich wollen die dann auch was dran verdienen“, so Bueb, „aber ich kann dort hinfahren, ich kann dort mit denen sprechen, mir wirklich alle Mängel oder Fehler anschauen und den Vertrag in Ruhe durchlesen.“

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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