Marco (30) leitet das Zollamt in Göppingen, eine Dienststelle des Hauptzollamts Ulm. Dort kontrolliert er zum Beispiel, ob Waren aus Drittländern außerhalb der EU für die Einfuhr angemeldet wurden. Als Führungskraft trägt er auch die Verantwortung für neun Mitarbeitende. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem der Schutz vor Produktpiraterie oder die Überwachung der Sicherheitsvorschriften. Das Zollamt übernimmt außerdem die Wiederausfuhr oder Vernichtung von Paketen, die unzulässig importiert wurden.
So wird man Bundesbeamter beim Zoll
Marco hat im Radio das erste Mal vom Zoll als Arbeitgeber gehört, als dieser 2014 nach neuen Kräften suchte. Nach genauer Recherche entschied er sich für ein duales Studium zum Diplom Finanzwirt (FH) im gehobenen nichttechnischen Zollverwaltungsdienst an der Hochschule des Bundes in Münster. Während seines Studiums war Marco bereits Beamter auf Widerruf, nach bestandener Prüfung und Übernahme ist er mittlerweile Bundesbeamter auf Lebenszeit. Auf seinem Weg zum Leiter des Zollamts Göppingen war Marco in der Finanzkontrolle für Schwarzarbeit und der Abgabenerhebung tätig.
Schon früh in seiner Karriere übernahm Marco Personalverantwortung – eine seiner Stärken, wie er selbst sagt. Ein wichtiges Anliegen ist ihm dabei die Führung auf Augenhöhe und dass sich seine Mitarbeitenden mit jedem Anliegen an ihn wenden können. Die letzten drei Jahre war er bereits stellvertretender Leiter des Göppinger Zollamtes, bis er 2026 die Leitung übernahm.
Warum ist der Zoll wichtig für unsere Wirtschaft?
Durch die Erhebung von Ein- und Ausfuhrabgaben erzielt der Zoll rund 50 Prozent der Steuereinnahmen der Bundesrepublik. Laut Zoll waren das 2024 rund 150 Milliarden Euro. Dazu trägt auch Marco mit seinem Team bei – fernab der Bundesgrenze in der Schwäbischen Alb.
Neben Steuereinnahmen erhebt er internationale Zölle für Drittländer, begleitet die Aufdeckung von Schwarzarbeit und grenzüberschreitenden Straftaten und gewährleistet Verbraucherschutz. Die Einnahmen des Zolls werden schließlich aufgeteilt. Die erhobenen Zölle gehen an den EU-Haushalt, wobei die restlichen Einnahmen sowohl für Zukunftsinvestitionen in Bildung, Forschung, Infrastruktur und Familie eingesetzt werden als auch für Renten- und Sozialsysteme.
Was verdient der Leiter eines Zollamts?
Marco arbeitet beim Zoll als Bundesbeamter im gehobenen Dienst und wird nach der Besoldungsgruppe A10 Erfahrungsstufe 3 mit einem Grundgehalt von 4.040 Euro bezahlt. Mit Zulagen liegt Marcos Bruttogehalt bei 4.161 Euro im Monat, das sind rund 3.260 Euro netto monatlich. Nach Abzug seiner privaten Krankenversicherung in Höhe von 350 Euro stehen ihm monatlich gut 2.900 Euro zur Verfügung. Für Marco lohnt sich der Job als Leiter eines Zollamts. „Es bleibt genügend Geld für einen selbst übrig“, erzählt er. Sein Beruf empfindet er als wichtigen Teil des Sozialstaats.
Der Zoll zeigte vergangene Woche besondere Präsenz. Im Münchner Bahnhofsviertel kontrollierten Zoll-Beamte gemeinsam mit der Polizei etwa 80 Betriebe auf Schwarzarbeit und weitere Gesetzesverstöße.

