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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „Die Krone Bambergs“: St. Michael nach 14 Jahren wieder eröffnet
Kultur

„Die Krone Bambergs“: St. Michael nach 14 Jahren wieder eröffnet

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 30. April 2026 10:47
Von Uta Schröder
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5 min. Lesezeit
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Mit dreimal drei Schlägen mit seinem Bischofsstab gegen die Pforte der katholischen Kirche St. Michael hat Bambergs Erzbischof Herwig Gössl am Samstagvormittag das Gotteshaus symbolisch wiedereröffnet. 14 Jahre intensiver Bauarbeiten in mehreren Bauabschnitten liegen hinter der ehemaligen Klosterkirche, die als ein Symbol der Unesco-Weltkulturstadt Bamberg gilt.

Inhaltsübersicht
Bamberger Kirche St. Michael: „Juwel des Welterbes“Auslöser: Putz löste sich aus barocker DeckeDeckenfresko Himmelsgarten erstrahlt – und erstauntSt. Michael nun wieder für die Öffentlichkeit zugänglich

Ihre Generalsanierung, die im Jahr 2012 begann, zählt laut der Stadt zu den größten Bauprojekten in der Stadtgeschichte. Martin Schöffel (CSU), Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat, bezeichnete sie sogar als „derzeit größtes Kirchensanierungsprojekt Deutschlands“. Insgesamt wurden rund 43 Millionen Euro investiert.

Bamberger Kirche St. Michael: „Juwel des Welterbes“

Unter dem Klang der Kirchenglocken und begleitet von einer feierlichen Prozession nahm der Erzbischof die barocke Kirche symbolträchtig wieder in Besitz, schreibt die Stadt Bamberg. Zum Festgottesdienst kamen zahlreiche Vertreter aus Kirche, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Denkmalpflege.

„Ein historischer Moment für Bamberg und das Erzbistum: Mit der Wiedereröffnung der Kirche ist ein Juwel des Welterbes geschaffen worden“, sagte Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) anlässlich der Eröffnung. In mehreren Bauabschnitten war die Kirche zunächst untersucht und gesichert worden, anschließend wurde sie aufwendig stabilisiert und schließlich denkmalgerecht instandgesetzt.

Auslöser: Putz löste sich aus barocker Decke

Auslöser der Arbeiten war ein zwei Kilogramm schwerer herabstürzender Putzbrocken, der damals gravierende statische Schäden sichtbar machte, so der Finanzreferent der Stadt, Bertram Felix. Wie OB Starke in seiner Festrede sagte, habe der Putzbrocken wie ein „Warnschuss“ gewirkt und den akuten Handlungsbedarf deutlich gemacht. Bei der Sanierung kamen gewaltige Gerüstkonstruktionen zum Einsatz, tausende Quadratmeter Naturstein wurden bearbeitet und viele Details in Handarbeit restauriert.

„Die Arbeiten vereinen wissenschaftlich fundierte Restaurierung, handwerkliche Präzision und ein Netzwerk aus Fachleuten, Universitäten und Forschungskolloquien. Das hochkomplexe Projekt hat nicht nur technische, sondern auch konservierungswissenschaftliche Maßstäbe gesetzt und gilt als Vorbild für künftige Sanierungen“, so Martin Schöffel. Der Staatssekretär betonte auch, dass das Projekt nur als Gemeinschaftsaufgabe von Freistaat, Bund, regionalen Förderern sowie Bürgerinnen und Bürgern gestemmt werden konnte.

Deckenfresko Himmelsgarten erstrahlt – und erstaunt

Jetzt erstrahlen die Wände der ehemaligen Abteikirche St. Michael wieder in makellosem Weiß, die goldgelben Bordüren unterstreichen die Schwünge der Pfeilerverstrebungen und in luftiger Höhe über dem Kirchenschiff wirken die Blüten, Pflanzenstängel und teils exotischen Früchte des Himmelsgartens so, als wäre die Farbe gerade erst getrocknet. Frisch wie im Jahr 1617 wirkt das gewaltige und doch filigrane Deckengemälde mit mehr als 580 Heil-, Nutz- und Zierpflanzen der Kirche.

Bei den hunderten Bamberger Bürgerinnen und Bürgern, die am Sonntag zum ersten Mal nach 14 Jahren St. Michael wieder betraten, löste das Deckengemälde großes Staunen aus. Mit weit in den Nacken gelegten Köpfen bewunderten sie die Arbeiten. „So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagt eine Gottesdienstbesucherin mit glänzenden Augen. „Die Blüten. Ganz toll.“ Und ein junger Mann schwärmt: „Also wirklich, richtig gut beschrieben als Himmelsgarten. Das ist ein himmlischer Garten. Den kann man stundenlang anschauen. Da hat man nicht genug davon.“

Auch Erzbischof Gössl bezog sich in seiner Festpredigt auf den Himmelsgarten. Der Himmelsgarten sei „eine wichtige Erinnerung daran, dass die Schöpfung Gottes kostbares Geschenk an uns ist, das es zu schützen und zu bewahren gilt“. Gössl betonte, dem Menschen sei „nicht Ausbeutung und Verbrauch“ aufgetragen, sondern „hüten und hegen“.

St. Michael nun wieder für die Öffentlichkeit zugänglich

Das ehemalige Benediktinerkloster auf dem gleichnamigen Berg prägt das Stadtbild seit Jahrhunderten. Mit der Öffnung für die Öffentlichkeit knüpft St. Michael an seine jahrhundertealte Tradition als Ort des Glaubens, der Begegnung und der Geschichte an. Künftig ist die Kirche von Freitag bis Sonntag sowie an Feiertagen jeweils von 11.00 bis 16.00 Uhr bei freiem Eintritt zugänglich. Ein Bürgerfest Anfang Mai soll die Wiedereröffnung zusätzlich würdigen.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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