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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > „Leerdrehende Zahnräder“: Wie krisenanfällig ist Putins Armee?
Kultur

„Leerdrehende Zahnräder“: Wie krisenanfällig ist Putins Armee?

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 5. Mai 2026 16:47
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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„Russland kann im 21. Jahrhundert keinen Krieg gewinnen, weil es ein Imperium des 17. Jahrhunderts geblieben ist, das auf massivem Schießpulver-Einsatz beruhte. Die Vorgehensweise im Krieg war damals extensiv: mehr Männer rekrutieren, mehr Geschütze einsetzen, diese vor die Stadtmauern rollen und den Feind mit Granaten beschießen“, so der russische Publizist Igor Dimitriew (128.000 Fans) in einer originellen Analyse [externer Link]: „Der militärische Wettbewerb jener Zeit beschränkte sich im Wesentlichen auf ein Kriterium: Wer die meisten Regimenter aufstellen, bewaffnen und versorgen konnte, gewann. Taktik und operative Fähigkeiten waren damals deutlich weniger gefragt. Feuerkraft und zahlenmäßige Überlegenheit glichen taktische Schwächen aus.“

Inhaltsübersicht
„Methoden überdenken“„Gesamte Maschine ausgeleiert“

Atomwaffen verhinderten inzwischen zwar, dass Russland „von der Landkarte verschwinden“ könne: „Doch sie helfen nicht, einen Krieg mit Drohnen und dezentralen Systemen zu gewinnen, Logistik und Kommunikation aufzubauen oder die Wirtschaft anzukurbeln.“ Prinzipiell fehle es in Russlands Armee an Fehlerkultur und Lernfähigkeit.

Jede Art von Innovation werde von jeher „bewusst abgelehnt“: „Initiative von unten birgt ein Risiko für die Führungskraft. Feedback bedeutet Kritik und die Untergrabung von Autorität. Dezentralisierung bedeutet Machtverlust innerhalb der Vertikalen.“

„Methoden überdenken“

Ähnlich pessimistisch, was die Kriegsaussichten betrifft, sind inzwischen viele tonangebende russische Militärblogger und Kommentatoren. So sagte Michail Zwintschuk vom mit 1,5 Millionen Followern dominierenden Telegram-Kanal „Rybar“ [externer Link]: „Die aktuelle Lage auf dem Schlachtfeld zwingt uns, unsere Methoden zur Zielerreichung grundlegend zu überdenken. Solange wir nicht mindestens die Mannstärke des Gegners aufbringen können, wird sich strukturell nichts ändern, egal wie viele eroberte Quadratkilometer wir in unseren Berichten erfassen.“

Er gibt der russischen Armee maximal noch ein bis eineinhalb Jahre, um den „Abnutzungskrieg“ ohne Generalmobilmachung zu gewinnen. Durch die Angriffe der Ukraine auf die russische Infrastruktur nähmen die sozialen Spannungen im Land schon jetzt erheblich zu: „Eine Diskussion darüber ist unausweichlich, wenn auch unangenehm.“

„Gesamte Maschine ausgeleiert“

Auch für den Fallschirmjäger und Blogger Nikita Tretjakow ist das russische Militärsystem „kaputt“, wie er konstatiert [externer Link]. Die Motivation sei schon lange dahin, der Kampf habe für viele frühere Idealisten seinen Sinn verloren, inzwischen sei sogar Dienst nach Vorschrift absurd: „Wenn die gesamte Maschine ausgeleiert und marode ist und sich alle Zahnräder bestenfalls unabhängig voneinander leerdrehen, ohne ineinanderzugreifen, und schlimmstenfalls einfach auf den Boden fallen, dann hat es keinen Sinn: Selbst wenn sich alle fleißig einzeln drehen, wird die Maschine trotzdem nicht funktionieren.“

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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