Im Bodensee, im Starnberger See, im Ammersee und im Chiemsee hat sich die Quagga-Muschel bereits breitgemacht. Jetzt ist die Sorge des Landratsamts Starnberg groß, dass auch bald der Pilsensee und der Wörthsee betroffen sein könnten. Denn mit ihrer rasanten Ausbreitung bringt die Süßwassermuschel die Ökosysteme der Seen durcheinander.
Muscheln vermehren sich schnell
Die Quagga-Muschel ist eine kleine, dreieckige Muschel, die aus dem Schwarzmeerraum stammt. Vermutlich über den Schiffsverkehr kam sie nach Deutschland. Das Problem: Die Muschel vermehrt sich extrem schnell. Ab einer Wassertemperatur von vier Grad legt sie ganzjährig Eier. Daraus schlüpfen Larven, die sich frei schwimmend im Wasser entwickeln. Mit bloßem Auge sind die Larven praktisch nicht zu erkennen. Sie haften an SUP-Boards, Luftmatratzen oder Booten, und können so ganz leicht von einem See zum nächsten transportiert werden.
Der Starnberger Landrat Stefan Frey (CSU) warnt davor, die Gefahr zu unterschätzen. Denn die Muscheln verstopfen Wasserleitungen, beschädigen Boote und können mit ihren scharfkantigen Schalen sogar Badegäste verletzen.
Ökosysteme der Seen in Gefahr
Zudem fressen Quagga-Muscheln Plankton, also mikroskopisch kleine Wasserlebewesen. Das wiederum fehlt dann den Fischarten, die sich von Plankton ernähren. Die Bestände gehen zurück, das Ökosystem kommt durcheinander.
Damit sich die Muschel nicht weiter ausbreitet, appellieren die Behörden an Wassersportler und Badegäste, die sogenannten KLAR-Regeln einzuhalten: Kontrollieren, Leeren, Abspülen und die Ausrüstung mindestens fünf Tage trocknen lassen. An Pilsensee und Wörthsee werden dazu jetzt Hinweisschilder aufgestellt.

