Größe des Asteroiden bislang nur geschätzt
Der Asteroid 2026 JH2 ähnelt eher dem Brocken, der 2013 über Tscheljabinsk als heller Meteor zu sehen war. Als dieser zerbarste, löste er eine Druckwelle aus, die Tausende von Gebäuden beschädigte. Asteroiden von dieser Größe richten aber keine globalen Schäden an. Deshalb werden sie von automatisierten Durchmusterungsprojekten des Himmels gar nicht ins Visier genommen. Diese suchen nach weitaus größeren Objekten.
Astronomen können die Größe des Asteroiden 2026 JH2 bislang nur anhand seiner Helligkeit abschätzen. Das ist wiederum nur mit Hilfe der vermuteten Rückstrahlkraft von 17 Prozent möglich, aber auch die ist bislang nur geschätzt. Der heutige, nahe Vorbeiflug des Asteroiden wird Astronomen weltweit die Möglichkeit geben, seine Flugbahn, Größe und Oberflächenbeschaffenheit genauer in Augenschein zu nehmen.
So können Sie den Asteroiden selbst sehen
Mit bloßem Auge ist der Asteroid 2026 JH2 nicht zu sehen, dazu ist er zu klein, zu dunkel und zu weit weg. Doch er könnte eine scheinbare Helligkeit von etwa 12 mag erreichen. Damit wäre er etwas heller als der Zwergplanet Pluto und somit schon mit kleineren Teleskopen zu sehen, wenn die Nacht klar und dunkel ist.
Dieser Livestream des Virtual Telescope Project will den Vorbeiflug des Asteroiden aber online übertragen: https://www.youtube.com/watch?v=qsPz2nOxDA4 [externer Link]. Der Livestream startet um 21.45 Uhr unserer Zeit. Etwa um 23.30 Uhr ist der Asteroid in größter Erdnähe. Erwarten Sie sich aber nicht zu viel: Es wird ein kleines, schwaches Lichtpünktchen zu sehen sein, das sich schnell bewegt.
Asteroid ist auf einer extremen Umlaufbahn unterwegs
Asteroid 2026 JH2 hat einen stark elliptischen Orbit um die Sonne. Sein sonnennächster Punkt liegt etwa auf Höhe der Erdumlaufbahn, rund 150 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Sein sonnenfernster Punkt liegt dagegen fast auf der Umlaufbahn Jupiters. Dann ist der Asteroid fast viermal so weit von der Sonne entfernt. Für diese Runde braucht der Asteroid 3,79 Jahre. Er kreuzt also immer wieder den Erdorbit, doch nur selten ist die Erde dann genau in der Nähe.

