Die Ausgangslage der neuen Serie ist die gleiche wie in den Filmen von 1991 und 1962: Ein Mann, Max Cady, kommt nach vielen Jahren Gefängnis frei und sucht die Familie jener Juristen heim, die ihn einst hinter Gitter gebracht hat. Eine Rachefeldzug beginnt, der wird in der Neuauflage jetzt allerdings ganz anders erzählt als in den Filmen zuvor, die auf dem Roman „The Executioners“ von John D. MacDonald basieren.
Ein Rachefeldzug aus gutem Grund?
Anno 2026 ist aus dem Anwalt ein Anwalt-Ehepaar geworden, Anna und Tom Bowden, fantastisch gespielt von Amy Adams und Patrick Wilson, nicht nur er, sondern auch sie war in den Prozess involviert, der Max um seine Freiheit brachte. Die Serie stellt die Schuldfrage neu: Hier ist das Verbrechen des vermeintlichen Kriminellen Max nicht bewiesen. Die Juristen hadern mit ihrem früheren Urteil und Verhalten. Und so sind die Rollen „Gut“ und „Böse“ lange nicht so eindeutig verteilt wie in den Filmvorlagen.
Javier Bardem als grandioser Bösewicht
Und doch ist da wieder der diabolische Rächer Max Cady, gespielt von Javier Bardem, der nach und nach das Leben der Bowdens unterwandert. Mit ihm steht und fällt die Serie. Taucht er auf, wird es intensiv und bizarr. Bardem hat ja zum Beispiel schon in „No Country For Old Men“ oder „James Bond Skyfall“ den Bösewicht gegeben, und lässt einen auch hier wieder erschaudern. Sein Lachen, sein Minenspiel, seine Intonation sind großes Kino. Dabei ist er kein Rasender, Wilder wie Robert De Niro im Film von 1991, Bardem muss nicht laut oder gewalttätig werden, sondern er terrorisiert die Bowdens subtil.

