Es ist vollbracht, liebe Sportsfreunde: Das Boomerwort des Jahres 2026 steht fest. Und – Obacht! – diesmal ist es kein angestaubtes Relikt aus Großvaters Sprachschatz, sondern ein Wort, das sich tapfer an der Moderne versucht und dabei herrlich verhaspelt hat. Mit 26,64 Prozent der Stimmen gewinnt „Chat Tschibidi“ – gemeint ist, Sie ahnen es, die Künstliche Intelligenz „ChatGPT“. Bei der Online-Abstimmung hat es sich mit 26,64 Prozent der Stimmen durchgesetzt. Verkündet wurde das Ergebnis vom Berliner Content Creator Levi Penell, der die Wahl initiiert hat.
Bemerkenswert ist die Wahl, weil das Siegerwort, anders als in den Vorjahren, kein klassischer, altmodischer Ausdruck ist, sondern aus dem Versuch entsteht, einen sehr modernen Begriff aus der Welt der Künstlichen Intelligenz wiederzugeben. Da gibt sich die ältere Generation alle Mühe, am Puls der Zeit zu bleiben, greift zum modernsten Werkzeug des Jahrzehnts – und prompt wird genau dieser Versuch zum Boomerwort gekürt.
So lief die Abstimmung
Seit 2024 kürt Penell das „Boomerwort des Jahres“ als humorvollen Gegenentwurf zur etablierten Wahl des Jugendworts. Die Grundidee: den Spieß einfach mal umdrehen. Statt dass die Älteren der Jugend erklären, was es mit „smash“ und „diggah“ auf sich hat, erklärt die Jugend den Boomern, was eigentlich Boomersprache ist.
Aus rund 20.500 Vorschlägen in den Kommentarspalten auf Instagram und TikTok wurden die sechs beliebtesten zur Abstimmung gestellt – bis Ende Mai durfte das Internet entscheiden.
Die Plätze zwei bis sechs
Hinter „Chat Tschibidi“ folgt mit 20,47 Prozent „Hope“ – der Name, den Teile der älteren Generation einem in der Ostsee aufgetauchten Buckelwal gegeben hatten. Auf Platz 3 kommt mit 19,78 Prozent „Juno/Julei“, die antiquierte Aussprache der Monate Juni und Juli, mit der Verwechslungen vermieden werden sollen.
Den Rest des Feldes runden die Klassiker ab, bei denen jedes Boomer-Herz höherschlägt:
- Platz 4: Drückeberger (12,61 %) – für alle, die sich gern vor der Gartenarbeit verkrümeln.
- Platz 5: Sonnabend (11,27 %) – der gute alte Samstag, nur eine Spur feierlicher.
- Platz 6: Reklame (9,23 %) – früher hieß Werbung eben noch Reklame, und Schluss.
In den Vorjahren hatten sich „Sportsfreund“ (2024) und „Baujahr“ als Synonym für das Geburtsjahr (2025) durchgesetzt.
Sprache als Mittel der Abgrenzung
Hinter der Aktion steckt ein bekanntes linguistisches Phänomen: Generationen grenzen sich häufig über die Sprache voneinander ab und bewerten die Ausdrucksweise der jeweils anderen Gruppe als fremd. Die Wahl des Boomerworts dreht diese Dynamik bewusst um – und trifft damit erkennbar einen Nerv, wie die hohe Beteiligung zeigt.
Penell selbst nutzt nach eigener Aussage gerne „Boomer-Vokabular“. Sein Favorit, wenn etwas schiefläuft: „Das ist ja ausgemachter hanebüchener Unfug.“ Dem ist – Hand aufs Herz – kaum etwas hinzuzufügen. Außer vielleicht: Donnerlittchen!

