Den Berechnungen zufolge zählen Menschen mit Jahreseinkünften von mindestens 111.491 Euro zu den einkommensstärksten zehn Prozent der Steuerpflichtigen. Das entspricht rund 9.300 Euro brutto im Monat – nach Abzug von Werbungskosten oder Betriebsausgaben. Zusammen veranlagte Ehepaare oder eingetragene Lebenspartnerinnen und -partner werden als ein Steuerpflichtiger betrachtet.
Die Statistik zeigt zugleich, wie sich das Steueraufkommen verteilt: Die einkommensstärkere Hälfte der Steuerpflichtigen trägt knapp 82 Prozent der gesamten Lohn- und Einkommensteuer. Auf die einkommensschwächere Hälfte entfallen rund 18 Prozent.
Wer gilt eigentlich als reich?
Eine einheitliche Definition von Reichtum gibt es nicht. In amtlichen Statistiken gilt häufig als „einkommensreich“, wer mehr als das Doppelte des Medianeinkommens erzielt. Das Institut der Deutschen Wirtschaft setzt die Schwelle höher an. Dort gilt als „einkommensreich“, wer das 2,5-Fache des Medianeinkommens erzielt. Für alleinlebende Menschen in Bayern entsprach das zuletzt einem monatlichen Nettoeinkommen von knapp 5.800 Euro. Die Berechnungen basieren auf Daten aus dem Jahr 2022.
Hohe Löhne und Gehälter bedeuten nicht automatisch hohe Kaufkraft
Wie viel vom Gehalt tatsächlich übrig bleibt, hängt nicht nur von dessen Höhe ab, sondern auch von den Lebenshaltungskosten. Der größte Ausgabenposten vieler Haushalte sind Wohnkosten – sei es für Miete oder Wohneigentum.
Die folgenden Daten beziehen sich rein auf die Arbeitsentgelte. Sie zeigen, dass das Verhältnis von Gehalt beziehungsweise Lohn und Mieten regional stark variiert. In Ingolstadt und Erlangen sind die Mieten gemessen an den Einkommen vergleichsweise niedrig. In München fällt die Belastung deutlich höher aus.
Grafik: Mittleres Bruttoentgelt und mittlere Angebots-Mietpreise pro Quadratmeter je Landkreis oder Stadt
In dieser interaktiven Grafik können Sie sich das Verhältnis zwischen mittleren Mietpreisen und dem mittleren Bruttoentgelt je Landkreis und kreisfreie Stadt ansehen. Je näher die Punkte an der Trendlinie liegen, desto ausgeglichener ist das Verhältnis zwischen Mieten/Kaufpreisen und den Gehältern.

