Die Allianz Arena wird diesen Sommer zur Konzertbühne für Weltstars wie zum Beispiel die Foo Fighters, The Weeknd, BTS und Helene Fischer. Grund ist die Renovierung des Olympiastadions. Am Donnerstag war das erste von zwei ausverkauften Konzerten von Linkin Park. Die bayerischen Fans mussten viele Jahre auf die Band warten, die nach dem Tod des Sängers Chester Bennington nun in Neubesetzung auf Tour ist.
Linkin Park: Neufang mit Frontfrau
Emily Armstrong ist seit zwei Jahren die neue Sängerin an der Seite von Mike Shinoda. Es ist ein Neuanfang mit Frontfrau. Nichts erinnert an dem Abend an den verstorbenen Chester Bennington. Fast, als wollte die Band sagen: Das alte Kapitel ist abgeschlossen.
Das Front-Duo ist perfekt eingespielt. Doch wer die alten Songs aus den 2000er kennt, spürt schnell, dass sie anders klingen. Die Stimme des verstorbenen Frontmanns Chester Bennington fehlt. Aber Emily Armstrong gibt den Hits einen neuen Touch. Es ist anders, da sind sich alle einig, aber niemand will den Vergleich zu Chester Bennington ziehen: „Sie ist die einzig richtige Wahl gewesen. Aber kein Vergleich zu Chester“ sagt die 33-jährige Jasmin aus München vor dem Konzert. Jasmin war schon 2008 auf einem Linkin Park Konzert und hat den verstorbenen Frontman noch live erlebt.
Viele Klassiker heizen die Stimmung an
Nach sieben Songs springt bei „Burn it down“ das erste Mal so richtig der Funke über. Für viele ist der alte Hit „Numb“ das Highlight des Abends. Aber auch Klassiker wie „What I’ve Done“, „Breaking the habit“ oder „Faint“ kommen gut an. Interaktion mit den Fans gibt es wenig – die stört das aber nicht. Nach einem der größten Hits, „In the End“, war die Stimmung ungebrochen.
Zur Zugabe tauscht Frontfrau Emily Armstrong ihr schwarzweiß gestreiftes Hemd gegen ein Bayern Trikot. Hinten steht eine große 0 und „Armstrong“. Exakt zwei Stunden spielt Linkin Park in der ausverkauften Arena.
Das erste Konzert in der Allianz Arena 2026
Die Allianz Arena in eine Konzert-Location umzuwandeln ist viel Arbeit. Unter anderem muss der empfindliche Rasen, auf dem der FC Bayern spielt, ausgebaut werden. Die schwere Bühne und die Besucher würden das Grün sonst zerstören.
Eine besondere Herausforderung ist die Akustik, da die Allianz Arena nicht für Konzerte gebaut wurde. Nach dem Auftritt von Guns N’Roses gab es von einigen Besuchern Kritik: Während der Sound im Innenraum und nahe der Bühne für viele druckvoll und klar wirkte, berichteten einige Besucher auf den oberen Rängen von Hall und weniger differenziertem Klang. Die Tontechniker von Linkin Park hatten die Akustik aber offenbar im Griff: Konzertgäste berichteten nur am Anfang von zu viel Hall im Klang, danach war der Sound aber gut.
„Das erste Mal ein Konzert in der Allianz Arena, das ist was Besonderes. Ich war immer nur zum Fußball drin. Es ist eine ganz andere Atmosphäre. Wirklich cool, dass die Allianz Arena mal für was anderes geöffnet ist“ schwärmte ein Fan beim Verlassen des Konzertes.

