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Wirtschaft

Galeria bekommt Millionenkredit – trotzdem Schließungen erwartet

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 26. Juni 2026 09:48
Von Christin Freitag
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5 min. Lesezeit
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Die ums wirtschaftliche Überleben kämpfende Warenhauskette Galeria verschafft sich etwas Luft: Das Unternehmen hat sich eine neue Finanzierung bis 2029 gesichert, mit der es weitere Sanierungsschritte einleiten will. Nach Angaben einer Unternehmenssprecherin hat ein US-Investor bis zu 160 Millionen Euro zugesagt. Der Kredit ist aber an Bedingungen geknüpft.

Inhaltsübersicht
160 Millionen Euro für strauchelnden Galeria-Konzern – gegen WareFilialnetz soll im Rahmen von Sanierungsplan durchleuchtet werdenInvestitionen in neue Warenhaus-Konzepte unwahrscheinlichGewinn bereits im kommenden Jahr angestrebtMiteigentümer: Ohne Galeria verlieren Städte an AttraktivitätTausende Beschäftigte bangen um ihre Jobs

160 Millionen Euro für strauchelnden Galeria-Konzern – gegen Ware

Die US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers stellt demnach das Geld zur Verfügung. Die ist im Kosmos des Unternehmens kein unbekannter Name. Der Investor organisierte vor Jahren den Abverkauf der Ware in Kaufhof- und Karstadt-Filialen vor deren Schließung.

Abgesichert wird der neue Kredit durch die Ware von Galeria. Die Verhandlungen zogen sich über Wochen hin. Voraussetzung für die Zusage war dem Vernehmen nach ein von der Unternehmensberatung AlixPartners erstelltes Gutachten zur wirtschaftlichen Lage von Galeria.

Filialnetz soll im Rahmen von Sanierungsplan durchleuchtet werden

Das Geld ist an einen auf drei Jahre angelegten Sanierungsplan geknüpft, der auf diesem Gutachten aufbaut und der jetzt umgesetzt werden soll. Der Sanierungsplan sieht dabei vor, dass jede Filiale auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft – und im Zweifel auch geschlossen wird. „Wir durchleuchten das gesamte Filialnetz, denn jedes Haus soll künftig wirtschaftlich tragfähig sein“, sagt Galeria-Geschäftsführer Tilo Hellenbock. Der Einzelhändler will zugleich mit Vermietern über Mietsenkungen sowie flexiblere Konditionen verhandeln.

Etwa 30 der derzeit 83 Warenhäuser gelten als Wackelkandidaten und sollen besonders gründlich in den Blick genommen werden. Galeria dürfte in drei Jahren ein deutlich kleineres Filialnetz haben – das sagten Beteiligte, die über die Pläne informiert sind, der Nachrichtenagentur dpa. Hellenbock zufolge wird allerdings auch in Betracht gezogen, an früheren Standorten wieder Filialen zu eröffnen. Die genaue Zahl der Filialen, die weiter betrieben werden, hänge von den Gesprächen ab.

Investitionen in neue Warenhaus-Konzepte unwahrscheinlich

Unklar ist, wie viel von dem neuen Geld für Investitionen, zum Beispiel in die Filialen, übrig bleibt. Zunächst soll ein Kredit des Minderheitsgesellschafters Bain Capital abgelöst werden. Dem Vernehmen nach geht es dabei um etwa 80 Millionen Euro. 

Hinzu kommen noch ausstehende Mietzahlungen. Mehrere Vermieter hatten zuletzt beklagt, dass Mieten von Galeria gar nicht oder nur teilweise gezahlt wurden. Das Unternehmen begründete dies mit Liquiditätsschwankungen und räumte ein, die Vermieter um eine Stundung gebeten zu haben. Ein Eigentümer sagte der dpa, die offenen Positionen seien inzwischen beglichen. Andernorts hieß es hingegen, noch zwei Monatsmieten seien offen. 

Zudem wird Geld benötigt, um Ware für die Herbst- und Wintersaison zu bestellen. Zuletzt bemühte sich Galeria mit großen Rabattaktionen darum, die Umsätze anzukurbeln.

Gewinn bereits im kommenden Jahr angestrebt

Der Finanzvorstand von Galeria, Norman Krotten, äußerte sich hoffnungsvoll: „Die wirtschaftliche Grundlage der Neuausrichtung ist gelegt“, sagte er am heutigen Donnerstag. Bereits im kommenden Geschäftsjahr 2026/27 wolle der Warenhauskonzern im operativen Geschäft schwarze Zahlen schreiben.

Miteigentümer: Ohne Galeria verlieren Städte an Attraktivität

Galeria-Miteigentümer Bernd Beetz zeigte sich nicht ganz so optimistisch: Für Galeria könne es „nach der Kreditzusage zunächst einmal weitergehen“, doch die Lage bleibe weiter angespannt. Die Rahmenbedingungen seien für die Warenhauskette im vergangenen Jahr „besonders ungünstig“ gewesen. „Wir haben jetzt den kurzfristigen Fortbestand gesichert, aber wir wollen auch eine langfristige und belastbare Zukunftsperspektive schaffen“, fügt der Miteigentümer hinzu.

Jetzt müssten gemeinsam mit Politik und Vermietern Lösungen gefunden werden. Galeria habe eine Strategie, doch bleibe es unter „schwierigen Rahmenbedingungen ein sehr großer Kraftakt, diese umzusetzen“, so Beetz. Ohne Galeria würden Städte an Attraktivität verlieren.

Tausende Beschäftigte bangen um ihre Jobs

Galeria beschäftigt rund 12.000 Menschen. Anfang 2024 hatte der Konzern zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Grund dafür war unter anderem die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa. Im Sommer 2024 wurden neun Standorte geschlossen. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Beetz. Nach Verhandlungen mit den Vermietern konnte die Kette ihre Mietbelastung deutlich senken.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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