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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Kultur > Comedy-Urgestein Mel Brooks wird 100
Kultur

Comedy-Urgestein Mel Brooks wird 100

Uta Schröder
Zuletzt aktualisert 26. Juni 2026 17:47
Von Uta Schröder
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3 min. Lesezeit
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Vorbild für Ben Stiller und Co.

Dass Mel Brooks nichts an Witz und Schlagfertigkeit verloren hat, zeigt die erst kürzlich veröffentlichte HBO-Doku „The 99 Year Old Man“, für die US-Regisseur Judd Apatow den titelgebenden 99-Jährigen zu Hause interviewt hat. Für Apatow und jede Menge andere Comedians wie Ben Stiller, Sarah Silverman oder Dave Chappelle zählt Mel Brooks bis heute zu den großen Vorbildern ihrer Zunft.

Inhaltsübersicht
Vorbild für Ben Stiller und Co.Grundstein für Formate wie „SNL“Kritischer Blick auf alte WerkeAuszeichnung von Obama

Wobei man sich durchaus fragen darf, ob der schon immer recht zotige Humor von Mel Brooks auch jüngere Generationen noch abholen und gegenwärtigen Ansprüchen standhalten kann. Dass Brooks ein ebenso charmanter wie brillanter Improvisationskünstler ist, der punktgenau Witze aus der Hüfte schießen kann, steht außer Frage.

Grundstein für Formate wie „SNL“

Auch Brooks‘ Pionierarbeit für die Comedy-Szene ist unbestritten. In den frühen 1950er-Jahren war er Sketch-Autor für die erste Comedy-Show im US-Fernsehen und legte den Grundstein für kritisch-komische Formate wie „Saturday Night Live“.

Für sein Spielfilmdebüt „The Producers“ – auf Deutsch: „Frühling für Hitler“ – erhielt der aus einer jüdischen Familie stammende Weltkriegs-Veteran den Drehbuch-Oscar. Seinen Nazi-Hass packte er in legendär grenzüberschreitende Dialoge und Trash-Musicalnummern mit Ohrwurm-Potenzial.

Kritischer Blick auf alte Werke

In den 1970er-Jahren gelang Mel Brooks dann der kometenhafte Aufstieg zum lustigsten Mann der New-Hollywood-Bewegung. Mit seinen Genre-Parodien demontierte er klassische Western, Abenteuer- sowie Monumental- und Monsterfilme – wobei gezielte Provokationen wie etwa die inflationäre Verwendung des N-Wortes in „Der wilde wilde Westen“ schon damals für Kontroversen sorgten.

Dass er damit rassistische Strukturen in der US-Gesellschaft aufs Korn nahm, war zweitrangig. Rückblickend sagt Brooks, dass er mit diesem Film zu weit gegangen sei. Er habe Verständnis dafür, wenn jemand sage, dieser Film hätte nie gedreht werden dürfen. Andererseits sei das nun mal seine Art: Er mache die Dinge, die sich sonst niemand traue.

Auszeichnung von Obama

2009 wurde Mel Brooks die Kennedy-Center-Medaille verliehen, eine der wichtigsten Auszeichnungen im Bereich der darstellenden Künste. Bei der Gala sagte der damalige US-Präsident Barack Obama, der Filmemacher habe Punchlines geschrieben, die man heutzutage schlecht wiederholen könne.

Und ergänzte, dass Brooks als moderner Hofnarr die Menschheit dazu auffordere, sich so zu sehen, wie sie wirklich ist – um durchs Lachen wieder zur Vernunft zu kommen. Insofern stimmt es wohl wirklich: Lachen ist die beste Medizin.

 

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Von Uta Schröder
Uta Schröder ist eine versierte Kulturjournalistin und leitet das Ressort Kultur der WirtschaftsRundschau. Mit ihrem umfassenden Wissen und ihrer Leidenschaft für Kunst und Kultur bietet sie tiefgehende Analysen und spannende Einblicke in die kulturelle Landschaft.
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