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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wirtschaft > VW vor Kahlschlag? Offenbar Jobs und Werke auf der Kippe
Wirtschaft

VW vor Kahlschlag? Offenbar Jobs und Werke auf der Kippe

Christin Freitag
Zuletzt aktualisert 26. Juni 2026 12:48
Von Christin Freitag
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4 min. Lesezeit
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Der Autokonzern Volkswagen plant einen radikalen Konzernumbau, der laut einem Medienbericht mit einem massiven Stellenabbau und Werkschließungen in Deutschland einhergehen soll. Das „Manager Magazin“ berichtete am Freitag unter Verweis auf Insider von global bis zu 100.000 geplanten Stellenstreichungen, zudem sollen vier Werke dicht gemacht werden.

Inhaltsübersicht
Das sagt VW selbstNettogewinn bei VW massiv eingebrochenArbeitnehmervertreter sprechen von AngriffKritik von CDU und SPD

Das Unternehmen habe die Mitglieder des Aufsichtsrats über die Pläne informiert, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Dabei stehen mehrere Werke auf der Kippe, bei denen vorgeschlagen werde, sie nach dem Auslaufen der aktuellen Modelle nicht mehr neu zu belegen, sagte ein zweiter Insider.

Das sagt VW selbst

Der Konzern selbst sprach von „tiefgreifenden“ Veränderungen, die bevorstünden. „Dafür hat der Konzernvorstand in den vergangenen Monaten intensiv an einem Zukunftsplan für die Neuaufstellung des Unternehmens gearbeitet“, erklärte ein VW-Sprecher. Das aktuelle Geschäftsmodell, Autos in Deutschland zu entwickeln, in Europa zu produzieren und weltweit zu exportieren funktioniere nicht mehr für alle Marken. Er verwies auf Zölle, härteren Wettbewerb und allgemein schlechte Marktentwicklungen.

Das „Manager Magazin“ berichtete, dass VW-Chef Oliver Blume dem Konzernvorstand einen Sanierungsplan vorgelegt habe, das den weltweiten Stellenabbau vorsieht. Laut Geschäftsbericht 2025 arbeiteten zuletzt knapp 663.000 Menschen bei Volkswagen. In Deutschland wären dem Bericht zufolge Werke in Hannover, Zwickau, Emden sowie das Audi-Werk in Neckarsulm von Schließungen betroffen. Zudem plane Blume, die Kernmarke Volkswagen in ein neues Unternehmen auszugliedern.

Nettogewinn bei VW massiv eingebrochen

VW hatte 2025 einen Einbruch des Nettogewinns um fast die Hälfte verzeichnet und deshalb in diesem Frühjahr bereits Stellenstreichungen bis 2030 im Umfang von 50.000 angekündigt. Ende 2024 hatte der Konzern mit den Gewerkschaften einen Stellenabbau in Deutschland um 35.000 bis 2030 vereinbart, vor allem bei der Kernmarke VW.

„Die Welt hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt. In den vergangenen zwölf Monaten hat sich die Entwicklung weiter verschärft“, erklärte der Konzernsprecher. „Um unter diesen Rahmenbedingungen weiter erfolgreich zu bleiben, müssen wir uns weiterentwickeln. Der gesamte Konzern muss seine Wettbewerbsfähigkeit erheblich steigern.“

Arbeitnehmervertreter sprechen von Angriff

Die Arbeitnehmervertreter des Autoherstellers kündigten angesichts des Medienberichts unmittelbar Widerstand an. „Angriffe auf das VW-Gesetz, die Mitbestimmung und unsere Standorte sind unverantwortliche Drohungen“, erklärten die IG-Metall-Chefin Christiane Benner, die VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo, und der Tarifverhandlungsführer der IG Metall bei VW, Thorsten Gröger, gemeinsam. „Sollten solche Pläne vorangetrieben werden, würden wir sie mit aller Macht verhindern.“

Kritik von CDU und SPD

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zeigte sich besorgt über mögliche verschärfte Sparpläne bei VW. „Das darf sich so nicht realisieren. Deutschland darf sich nicht herunterfahren“, sagte der CDU-Politiker. Deutschland müsse den internationalen Wettbewerb gewinnen wollen. Dafür müssten Kosten gesenkt und die Produktivität gesteigert werden.

Volkswagen gehöre zum Markenkern Deutschlands, betonte Kretschmer. „Wenn dieses Unternehmen aufgibt, dann ist das fatal für unser ganzes Land.“

Auch aus der SPD-Politiker kam Kritik. „Sollte die jüngste Meldung stimmen, wäre sie ein Frontalangriff und eine deutliche Kampfansage“, sagte der Chef der SPD Hannover, Adis Ahmetovic, der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. „Das Volkswagen-Management scheint sich inzwischen vor allem mit Ankündigungen zum Stellenabbau profilieren zu wollen.“ So werde aber kein Aufbruch gelingen, sondern so vertiefe man die Krise. „Den Aufschwung, den wir brauchen, erreicht man nicht durch Kahlschlag, sondern durch Innovation, Qualität und Zukunftsorientierung.“ Er werde um jeden einzelnen Arbeitsplatz streiten und für jedes Werk kämpfen. „Das wird für das Management unbequem werden“, kündigte Ahmetovic an.

Mit Informationen von Reuters, dpa und AFP.

 

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Christin Freitag ist eine erfahrene Wirtschaftsjournalistin und Analystin, die sich auf Finanzmärkte, Unternehmensstrategien und Wirtschaftspolitik spezialisiert hat. Mit über 10 Jahren Erfahrung liefert sie fundierte Analysen und tiefgehende Einblicke für die Leser der WirtschaftsRundschau.
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