Auf dem Weg zum The Weeknd Konzert in der Allianz Arena machen sich die Fans nochmal bereit für ihr Idol. In der U-Bahn wird vor einem großen Spiegel noch der Lidstrich nachgezogen, die Outfits begutachtet. Die, farblich passend – trotz über 30 Grad – oft schwarz sind.
Vor Ort an der Station angekommen füllen die Fans auf der Fußgängerrampe zwischen U-Bahnhof Fröttmaning und Stadion reihenweise ihre Trinkflaschen an kostenlosen Wasserbrunnen auf. Es handelt sich dabei um eine der Maßnahmen gegen die Hitze seitens der Konzertveranstalter. Manche Fans sind allerdings schlechter vorbereitet, müssen sich von anderen Sonnencreme ausleihen, bevor es reingeht, in den Hitzekessel der Allianz Arena.
The Weeknd heizt noch stärker ein
28 Grad misst das Thermometer als The Weeknd unter Jubel die Bühne betritt. „It’s hot out here“ – es sei heiß hier draußen in München, sagt er – und zündet dennoch riesige Feuerfontänen an. Ihre Hitze spürt man bis auf den letzten Sitzplatz im Stadion.
Der vordere Teil des Bühnenbilds liegt in Schutt und Asche: eine zerbombte Kirchenkuppel, dreckige Wolkenkratzer einer zerstörten Stadt. Mitten im Stadion erhebt sich eine 12 Meter hohe, goldene Statue. Es ist ein schlanker Frauenkörper, der sich um die eigene Achse dreht.
Mit einer schwarzen Maske mit glühend roten Augen performt The Weeknd seine ersten Songs. Der Sound wabert erst noch etwas dumpf im Stadion herum und wird im Laufe des Konzerts aber immer sauberer. Und natürlich singt der kanadische Künstler auch seinen Hit „Blinding Lights“, der mit über fünf Milliarden Aufrufen der meistgestreamte Song in der Geschichte von Spotify ist.
Popstar zeigt sein wahres Gesicht
Als der Sänger seine Maske fallen lässt, jubelt die Menge nochmal auf: The Weeknd zeigt sein wahres Gesicht. Und auch ab und zu ein Lächeln, während er seinen Mix aus R’n’B und Pop laut aufdreht.
Das Konzert wirkt wie ein popkultureller Hexensabbat: The Weeknd, ganz in schwarz, umringt von Tänzerinnen und Tänzern in blutroten Gewändern. Hohepriesterinnen mit goldenen Masken.
Auch wenn die Choreografie nicht wahnsinnig aufregend ist, passt sie zu dieser geheimnisvollen, postapokalyptischen Atmosphäre. Und als es im Stadion dunkler wird, reflektieren die Lichtkegel auf dem goldenen Körper der Statue und Laserstrahlen sprühen aus ihren Augen. Der Popstar selbst läuft gegen Ende stimmlich zur Höchstform auf.
TikTok Videos trotz Aufnahme-Verbot
Wer das Konzert selbst nicht erleben konnte, aber Ausschnitte sehen oder hören will, wird zumindest in Funk und Fernsehen nicht fündig. The Weeknd gibt ungern viel von seiner Show preis. Professionelle Aufnahmen sind strengstens untersagt. Und trotzdem streamen viele Fans das Konzert live auf TikTok oder laden später ihre Handy-Aufnahmen im Netz hoch.
Das Konzert am Donnerstagabend war der Auftakt einer Reihe: Noch zwei weitere Male wird Abel Tesfaye, wie The Weeknd bügerlich heißt, diese Woche in der Allianz Arena auftreten. Der erste Abend war schon einmal ein Erfolg, eine große Inszenierung – und das glücklicherweise ohne große Notarzteinsätze, trotz Hitzewelle.

