Der französisch-britische Jurist und Autor Philippe Sands wird mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt. Sands arbeitet als Menschenrechtsanwalt am Internationalen Gerichtshof in Den Haag. In der Begründung des Stiftungsrats heißt es, Sands setze sich „für Gerechtigkeit, Frieden und die beharrliche Verteidigung des Völkerrechts ein.“
Jurist und Menschenrechtsanwalt
Sands wurde 1960 als Nachkomme von Holocaustüberlebenden in London geboren. In seiner juristischen Arbeit hat er an bedeutenden Verfahren des internationalen Rechts mitgewirkt und mit weiteren Juristen den Tatbestand des „Ökozids“ für Katastrophen durch globale Erderwärmung erarbeitet. Sands ist Professor für Internationales Recht am University College London sowie Gastprofessor an der Harvard Law School.
Schriftsteller gegen das Vergessen
Neben der Veröffentlichung juristischer Fachliteratur ist Philippe Sands seit 2016 auch als literarischer Sachbuchautor tätig. Persönliche Lebensgeschichten verbinde er mit großen Fragen des Völkerrechts, so der Stiftungsrat. Seine Herangehensweise liege „jenseits der üblichen Grenzen zwischen Sachbuch, literarischer Erzählung und Reportage“.
In „Rückkehr nach Lemberg“ und „Die Rattenlinie“ schreibt er gegen das Vergessen an. Zwei Strafverfahren, an denen er am Internationalen Gerichtshof beteiligt war, bilden die Grundlage für „Die letzte Kolonie“ und „Die Verschwundenen von Londres 38“.
Friedenspreis 2025 ging an Osteuropa-Experten
Letztes Jahr wurde der deutsche Historiker und Osteuropa-Experte Karl Schlögel geehrt. Schlögel gilt als scharfer Kritiker Wladimir Putins und bezeichnete diesen in seiner Dankesrede als „Meister der Eskalationsdominanz“. Gleichzeitig appellierte er an den „friedensverwöhnten“ Deutschen.
Der Friedenspreis wird seit 1950 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben, der Berufsorganisation der Verlage und Buchhandlungen. Er ist mit 25.000 Euro dotiert. Die Ehrung wird am 11. Oktober, am Ende der Frankfurter Buchmesse, stattfinden.
Mit Informationen von dpa

