An diesem Wochenende beginnt die 43. Auflage des Münchner Filmfests. Knapp eine Woche lang werden 130 Filme aus 56 Ländern präsentiert. Den Auftakt macht am Samstag „Vaterland“ des polnischen Regisseurs Paweł Pawlikowski, der bereits zuvor in Cannes ausgezeichnet wurde.
„Vaterland“ mit Sandra Hüller und Hanns Zischler
„Vaterland“ spielt nach dem Zweiten Weltkrieg, im Nachkriegseuropa, und handelt von der Rückkehr Thomas Manns und dessen Tochter Erika nach Deutschland. Für Julia Weigl, der künstlerischen Leiterin des Festivals, bringt der Film alles auf den Punkt, „wofür das Filmfest München steht“. Denn Filmfest München, das sei deutsches, aber auch internationales Kino.
In „Vaterland“ trifft ein europäischer Blick auf ein Stück deutsche Geschichte. Es geht um Identität, Schuld und Familie inmitten des Chaos dieser Zeit und ist mit Sandra Hüller als Erika Mann und Hanns Zischler als Thomas Mann zudem prominent besetzt.
Vielfältiges Programm: Dokumentationen, Hollywood, Bücher
Das diesjährige Programm zeichnet sich wieder durch seine Vielfältigkeit aus, mit Dokumentarfilmen wie „Nuestra Tierra“ aus Argentinien, der vom Genozid an indigenen Völkern handelt – oder „The Illusion of a Quiet Night“ über das Leben im Krieg in der Ukraine.
Hollywood-Größen sind unter anderem in der Krimikomödie „Chili Finger“ mit Bryan Cranston und John Goodman oder in „The Piano Tuner“ mit Dustin Hoffman vertreten.
Und auch Buchadaptionen finden ihren Platz. Darunter „Identitti“, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Mithu Sanyal, der sich mit der Komplexität der Identitätspolitik beschäftigt. Oder die Verfilmung von „Drei Kameradinnen“ von Shida Bazyar, über die bedingungslose Freundschaft drei junger Frauen.
Filme aus der ganzen Welt
Welche Filme es überhaupt ins Programm schaffen, darum kümmert sich ein 10-köpfiges Team, die internationale Festivals besuchen und die interessantesten Filme dann nach München holen. Die Planung ist langwierig und beginnt jedes Mal schon direkt im Anschluss einer Ausgabe des Münchner Filmfests. „Jeder einzelne Film von uns ist Hand-gepickt“, betont Julia Weigl. Bei der Film-Auswahl stehe der Fokus besonders auf der Balance aus Arthouse-Filmen und Unterhaltungskino mit viel Tiefgang: „In diesem Jahr merken wir, dass es in vielen großen Filmen auch menschelt.“
Prominente Gäste beim Filmfest
Neben Kinobesuchern werden auf dem Filmfest auch heuer wieder große nationale und internationale Persönlichkeiten zu Gast sein, wie Katharina Thalbach, Jella Haase und Maren Kroymann. Der spanische Regisseur Petro Almodóvar, der seit 20 Jahren nicht mehr in Deutschland war und mit Filmen wie „Alles über meine Mutter“ 1999 bekannt wurde, wird im Deutschen Theater seinen neuen Film „Bitteres Fest“ präsentieren. „Es ist ein skurril komischer Meta-Film“, beschreibt ihn Julia Weigl, „und ein Meisterwerk filmischer Spiegelungen“. Der frühere Akte X-Star David Duchovny wird vor Ort mit dem CineMerit Award des Festivals für „seine Verdienste um die Filmkunst“ geehrt.
Das Filmfest München findet vom 26.6. bis 5.7. statt.

