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WirtschaftsRundschau > Nachrichten > Wissen > Windräder: Keine Gesundheitsschäden durch Windkraftanlagen
Wissen

Windräder: Keine Gesundheitsschäden durch Windkraftanlagen

Michael Farber
Zuletzt aktualisert 6. Juli 2026 08:47
Von Michael Farber
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5 min. Lesezeit
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Eine neue Studie (externer Link, vollständiger Inhalt hinter Bezahlschranke) aus den USA unter Mitwirkung der Universität Augsburg (externer Link) hat Daten der dortigen Standorte von Windrädern und Befragungen von 120.000 US-Haushalten sowie deren Konsumverhalten untersucht.

Inhaltsübersicht
Windräder in den USA: Keine signifikanten Auswirkungen auf GesundheitAuch Studien aus Europa zeigen keinen Zusammenhang von Windrädern und GesundheitWindräder: Belästigung durch WindkraftanlagenPlanung von Standorten der Windräder zusammen mit Bevölkerung

Ausgewertet wurden Angaben unter anderem zu Depressionen, Schlafstörungen und chronischen Kopfschmerzen. Studienautor Niklas Rott erklärt: „Wir haben für die gleichen Haushalte on top für die Jahre 2004 bis 2023 auch Daten, in denen wir den Konsum von Schlafmitteln, Schmerzmitteln und dergleichen erfassen können, und das verbinden wir am Ende dann mit den offiziellen US-Daten zu Windkraftanlagen.“ Aus dem Kauf von Medikamenten schlussfolgern die Wissenschaftler also, ob seit dem Betrieb der Windkraftanlagen vermehrt Krankheiten behandelt wurden.

Niklas Rott und seine Forscherkollegen von der Columbia Universität New York und der Universität Pittsburgh haben dann insgesamt verglichen, ob sich Gesundheitsbeschwerden in Postleitzahlbezirken nach dem Bau von Windkraftanlagen anders entwickelten als in Regionen ohne neuen Windkraftausbau.

Windräder in den USA: Keine signifikanten Auswirkungen auf Gesundheit

Auf der Ebene dieser Wohnortgemeinden, sagt Rott, zeigen sich für die betreffenden US-Haushalte „keine signifikanten Gesundheitseffekte“ für die Jahre 2011 bis 2023. Allerdings gibt es Kritik an der Studie, unter anderem an den Abständen der Haushalte zu den Windkraftanlagen in den USA. Die Psychologin Gundula Hübner von der Medical School Hamburg und der Universität Halle kritisiert dies als eine methodische Schwäche, „da der überwiegende Anteil der Teilnehmenden in großen Entfernungen zu den Windenergieanlagen lebt. Es überrascht dann nicht, dass wir hier keinerlei Effekte finden.“

Auf Nachfrage stellt Niklas Rott klar, dass in der Studie darauf hingewiesen wird, dass nicht die Entfernung der einzelnen Haushalte zu Windrädern zugrunde gelegt ist, sondern bevölkerungsgewichtete Mittelpunkte des jeweiligen Postleitzahlbezirks. „Das heißt also, dass ein Teil der Haushalte weiter entfernt liegen kann, ein Teil der Haushalte aber auch näher liegt.“

Auch Studien aus Europa zeigen keinen Zusammenhang von Windrädern und Gesundheit

Ob das Studienergebnis auf Deutschland direkt übertragbar ist, ist zwar nicht sicher, meint Niklas Rott, da es hierzulande eine andere Bevölkerungsdichte gibt und die Windräder größer sind. Aber das bedeute im Umkehrschluss auch nicht, dass die Ergebnisse hier anders ausfallen müssten oder irrelevant wären.

Tatsächlich entspricht das Ergebnis seiner Studie dem anderer europäischer Studien zum Thema – hält Gundula Hübner fest. Eine Studie (externer Link) aus den Niederlanden aus dem Jahr 2025 beispielsweise bezieht jährliche Stichproben der Jahre 2012 bis 2021 mit 350.000 bis 560.000 Menschen ein. Auch sie findet keinen Zusammenhang von Gesundheitsrisiken und dem „Wohnen nahe von Windkraftanlagen“.

Eine weitere Studie (externer Link) des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und der Universität Texas von 2022 sieht sogar gesundheitsförderliche – wenn auch auf indirekte Weise – Effekte der Windkraft: Weil sie dafür sorge, dass weniger fossile Brennstoffe verfeuert würden und die Luftqualität sich dadurch verbessere. Das Forscherteam dieser Studie schätzt, dass Windenergie in den USA aufgrund verringerter Sterblichkeit einen monetären Vorteil von über acht Milliarden US-Dollar bringen könnte.

Windräder: Belästigung durch Windkraftanlagen

In ihren Studien geht Gundula Hübner über Gesundheitsaspekte hinaus, sie fragt auch nach Symptomen von Stress oder Belastung durch die Geräusche der Anlagen, auch wenn dies nicht automatisch zu einer Erkrankung führt. Dazu gehörten vermehrtes Kaffeetrinken, Schlafdefizite und Medikamenteneinnahme. In einer ihrer Studien (externer Link) gemeinsam mit der Universität von Berkeley geben 4,3 Prozent der untersuchten Personen in Deutschland und der Schweiz an, durch Geräusche der Anlagen stark belästigt zu werden. Der Einfluss der Beleuchtung belästigt mit 10 von über 800 Personen „noch weniger“, so Hübner: „Es gibt keine Krankheiten, sondern Belästigung – und die betrifft wenige.“

Planung von Standorten der Windräder zusammen mit Bevölkerung

Dennoch empfiehlt Gundula Hübner politischen Entscheidungsträgern, Betroffene in die Entwicklung von Flächennutzungsplänen und damit in die Planung von Standorten für Windräder mit einzubeziehen. Niklas Rott schlägt in seiner Studie ebenfalls vor, Betroffene frühzeitig einzubinden und bei der Planung lokale Belastungen wie Lärm, Schattenwurf und Abstände sorgfältig zu berücksichtigen. Als Volkswirt geht er sogar noch weiter: Man sollte sie oder die Gemeinden auch finanziell beteiligen. Letzteres ist in Bayern bereits gesetzlich vorgeschrieben.

 

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Von Michael Farber
Michael Farber ist ein erfahrener Journalist, der das Ressort Wissen der WirtschaftsRundschau leitet. Mit seiner Expertise in Wissenschaft und Technologie berichtet er über die neuesten Entwicklungen und Entdeckungen und bietet den Lesern spannende Einblicke in komplexe Themen.
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